Dreht sich ein Hund plötzlich hektisch im Kreis oder lässt sich fallen, um an seiner Haut zu knabbern, kann eine Hirschlausfliege die Ursache sein. Das passiert vor allem bei oder nach Spaziergängen im Wald oder an Waldrändern – vor allem im Spätsommer und Frühherbst. Eigentlich haben es die blutsaugenden Parasiten in erster Linie auf Hirsche und Rehe abgesehen. Auf der Suche nach einem Wirt gelangen sie jedoch manchmal auch auf Hunde, Pferde oder Menschen.
Ist die Hirschlausfliege eine „fliegende Zecke“?
Tatsächlich ist sie jedoch keine Zecke, sondern gehört zur Familie der Lausfliegen. Mit einer Körperlänge von etwa fünf bis sechs Millimetern besitzt sie sechs Beine und zunächst auch Flügel. Ist sie auf einem Wirt gelandet, sucht sie im Fell nach einer geeigneten Stelle zum Blutsaugen und wirft ihre Flügel ab. Anders als eine Zecke bleibt sie danach länger auf dem Wirt und saugt dort wiederholt Blut.
Wie macht sich eine Hirschlausfliege beim Hund bemerkbar?
Der Biss einer Hirschlausfliege kann für Hunde unangenehm oder schmerzhaft sein und eine örtliche Hautreaktion auslösen. Häufig rötet sich die betroffene Stelle, schwillt an und juckt stark. Kratzen oder Lecken reizt die Haut weiter und kann zu Verletzungen führen. Bei ausgeprägten Reaktionen können sich die betroffenen Stellen entzünden, nässen oder eitern.
Plötzliche Unruhe, heftiges Kratzen oder Schnappen nach der eigenen Haut können deshalb Hinweise auf einen Parasiten sein, sind aber keineswegs spezifisch für Hirschlausfliegen. Auch Zecken, Flöhe, andere Insekten oder Hauterkrankungen können hinter heftigem Kratzen und auffälligem Verhalten stecken.
Wann sollte ein Hund nach einem Hirschlausfliegenstich zum Tierarzt?
Ist die Haut des Hundes stark gerötet, geschwollen, schmerzhaft oder eitrig? Dann sollte man zum Tierarzt gehen. Das gilt auch, wenn der Hund ungewöhnlich matt wirkt, sich ständig kratzt oder wenn sich die Hirschlausfliege nicht entfernen lässt.
Überträgt die Hirschlausfliege Krankheiten?
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Hirschlausfliegen Krankheitserreger auf Menschen oder Tiere übertragen können. In den Fliegen wurden tatsächlich Bakterien der Gattung Bartonella gefunden. Bartonella-Infektionen können bei Hunden unter anderem Fieber sowie Entzündungen des Herzmuskels oder der Herzklappen auslösen. Übertragen werden Bartonellen je nach Art unter anderem durch Flöhe. Auch eine Übertragung durch Zecken wird bei bestimmten Bartonella-Arten diskutiert.
Ob die Hirschlausfliege solche Erreger aber tatsächlich auf Hunde überträgt und dadurch Krankheiten verursacht, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die bisherigen Untersuchungen beschäftigen sich vor allem mit Hirschlausfliegen und ihren natürlichen Wildtierwirten. Wie groß das Risiko für Hunde durch eine mögliche Übertragung ist, lässt sich deshalb derzeit nicht sagen. Für Hunde sind vor allem die Bisse selbst und mögliche Hautreaktionen relevant.
Kann man einem Biss der Hirschausfliege vorbeugen?
Für Hunde gibt es bislang keinen sicher belegten Schutz speziell gegen Hirschlausfliegen. Zeckenhalsbänder, Spot-ons oder Insektensprays können die Parasiten möglicherweise abschrecken, ihre Wirksamkeit gegen Hirschlausfliegen ist jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.
Hirschlausfliege beim Hund nach dem Spaziergang entfernen
Nach Spaziergängen in Waldnähe empfiehlt es sich deshalb, das Fell gründlich abzusuchen, besonders an Kopf, Hals und Nacken. Noch nicht festsitzende Hirschlausfliegen lassen sich, so Tipps des ADAC (externer Link) mit einem Kamm oder unter kaltem, fließendem Wasser entfernen. Die betroffene Hautstelle sollte anschließend beobachtet werden. Hat sich die Hirschlausfliege bereits festgesetzt, sollte sie möglichst zeitnah entfernt werden. Die betroffene Hautstelle sollte anschließend beobachtet werden.
Vorsicht bei Hausmitteln und ätherischen Ölen
Von Hausmitteln oder ätherischen Ölen sollten Hundehalterinnen und Hundehalter lieber die Finger lassen, solange nicht sicher geklärt ist, dass die Anwendung für Hunde unbedenklich ist. Viele ätherische Öle können bei Hunden Hautreizungen, Vergiftungserscheinungen oder Atemwegsprobleme auslösen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn im Haushalt weitere Tiere wie Katzen leben. Einige Stoffe, die für Hunde verträglich sein können, sind für andere Haustiere giftig.

