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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „In Teilen bewahren“: Wohin mit dem Nachlass von Künstlern?
Kultur

„In Teilen bewahren“: Wohin mit dem Nachlass von Künstlern?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. November 2024 15:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Ein Beispiel: Da stirbt ein Künstler plötzlich mit Mitte 60 an Herzinfarkt. Seine Lebensgefährtin erbt von einem Tag auf den anderen etwa 200 Werke Acryl auf Leinwand, jeweils 90 mal 70 Zentimeter. Neben dem Schmerz über den plötzlichen Verlust bleibt auch die Last eines ganzen Lebenswerks.

Inhaltsübersicht
Bewahrung des Gesamtwerks ist nicht das ZielDie Vision: Ein Bildgedächtnis der Stadt München

Für genau solche Erbinnen ist Carolina Sarbia da: „Nachlasshalterinnen können sich an mich wenden. Sie bekommen eine Beratung, an wen sie sich wenden können, wohin sie sich wenden können, dass sie das Kernkonvolut auswählen, das ihnen hinterlassen worden ist – und mit diesem Kernkonvolut arbeiten.“

Bewahrung des Gesamtwerks ist nicht das Ziel

Sarbia sitzt in ihrem neuen Büro im Kreativquartier München. An der Dachauer Straße im Nord-Westen der Stadt wurden ehemalige Militärbauten zu Ateliers und Theaterhallen umgebaut. Gleich neben der Verwaltung des Dok-Film-Festes liegen die Räume des Projekts „Kunst-Vor-und-Nachlässe“, das auf eine Gründungsinitiative des Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler zurückgeht.

Natürlich kann Sarbia hier nicht allen helfen. Der Künstler oder die Künstlerin sollte schon so weit Erfolg gehabt haben, dass er oder sie von ihrer Kunst hat leben können: „Mein Anliegen ist es, hier in München die Künstler von hoher Qualität auszuwählen, die ein Leben lang ein großes Werk geschaffen haben. Und dieses Werk muss meines Erachtens, in Teilen zumindest, bewahrt und gesichert werden.“

„Kernkonvolut“, „in Teilen bewahren“: An solchen Formulierungen wird schon deutlich, dass es niemals um die Erhaltung und Bewahrung eines riesigen Gesamtwerks gehen kann. Man muss auswählen. Sarbia kann Erbinnen und Erben beim Teilverkauf beraten. Verantwortungsbewusste Kreative arbeiten sogar selbst zu Lebzeiten an ihrem sogenannten Vorlass, bevor sie ihre Erben später belasten.

Die Vision: Ein Bildgedächtnis der Stadt München

Sarbia will hier Aufklärungsarbeit leisten: „Wie können wir es organisieren, dass auch die Vorlasshalter selbst, die Künstlerinnen und Künstler, diese Aufgabe schon zu Lebzeiten übernehmen? Deswegen heißen wir ja jetzt auch ‚Kunst-Vor-und-Nachlässe München‘.“

Was kann aus alledem einmal werden? Gar ein Querschnitt-Museum des künstlerischen Schaffens in Bayern seit – sagen wir – 2000? Sarbias Vision ist ein großes Depot in oder um München. Kein „klassisches Museum“, sondern vielmehr ein Ort, der als „Bildgedächtnis der Stadt München“ fungieren soll.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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