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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Wenn’s auf einmal kriselt – was tun bei Beziehungszweifeln?
Kultur

Wenn’s auf einmal kriselt – was tun bei Beziehungszweifeln?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 3. Januar 2025 11:54
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Das Jahr beginnt, viele Paare sind am Ende. Die zurückliegenden Feiertage sind für Beziehungen ein Stresstest. Kein Wunder, dass bei der Eheberatung des Erzbistums München und Freising nach den Weihnachtsferien die Anfragen zunehmen, wie Beraterin und Psychotherapeutin Isabelle Überall bestätigt. Oft sind enttäuschte Erwartungen während der Feiertage ein Auslöser oder das enge Aufeinandersitzen. Nicht selten kommt es zum Streit über Kleinigkeiten, der aber auf tiefliegende ungelöste Konflikte hinweist.

Inhaltsübersicht
Kleine Streits deuten manchmal auf große Konflikte hinCindy und Stefan: Das Paar-Leben geriet ins HintertreffenWas tun, damit es nicht zur Krise kommt?Zehn Minuten Beziehungspflege pro TagDie Kirchen oder Pro Familia beraten kostenfrei und unabhängig

Kleine Streits deuten manchmal auf große Konflikte hin

Gerade Paare in der Rushhour des Lebens, die beruflich und familiär stark eingespannt sind, kommen im Alltag kaum dazu, Konflikte anzugehen. Der Großteil der Klienten der Eheberatung des Erzbistums München und Freising steckt in dieser Lebensphase. Symptome für eine Beziehungskrise gehen leicht im Alltag unter: „Wenig Zeit, wenig Gespräche, wenig Zuwendung oder es gibt viel Streit oder Paare sprechen fast gar nicht mehr miteinander“, so beschreibt Isabelle Überall typische Krisen-Symptome.

Cindy und Stefan: Das Paar-Leben geriet ins Hintertreffen

Das haben Cindy und Stefan erlebt. Im BR Psychologiepodcast „Die Lösung“ erzählen sie ihre Geschichte. „Es war so, dass mit der Geburt das Kind in den Vordergrund gerutscht ist“, erzählt Stefan, „und das Zwischenmenschliche, das Paar-Leben, Sexualität komplett ins Hintertreffen geraten ist.“ Cindy litt damals unter der Doppelbelastung aus Job und Familie, macht aber alles mit sich selbst aus. „Ich habe Stefan außen vor gelassen.“ Das würde sie heute anders machen. „Irgendwie war keine Zeit nachzudenken, was denn so die eigenen Bedürfnisse sind oder die Bedürfnisse an den Partner“, erinnert sich Stefan.

Streit ist normal nach der ersten Verliebtheitsphase, und auch Beziehungszweifel sind es laut Maren Wiechers, Psychotherapeutin in „Die Lösung“. Jede Partnerschaft zielt auf die Erfüllung von zwei Grundbedürfnissen ab: Bindung und Autonomie. „Wir möchten uns unserem Partner innig verbunden fühlen, aber uns gleichzeitig in dieser Nähe nicht verlieren“, so Maren Wiechers. Zweifel schleichen sich etwa ein, wenn eines oder beide Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden.

Was tun, damit es nicht zur Krise kommt?

Leider suchen viele Paare nach Erfahrung der Therapeutin erst spät Hilfe. „Paartherapie auf keinen Fall erst dann machen, wenn man schon kurz vor der Trennung steht“, rät Wiechers. Was auch hilft: Beziehungspflege. Wir treiben Sport, wir achten auf unsere Ernährung, auch die Partnerschaft braucht Pflege, erklärt die Psychotherapeutin. „Gerade, wenn Einflüsse von außen wie ein großer Freundeskreis, ein Kind, Verpflichtungen sehr stark sind.“ Und auch das kann die Beziehung verbessern: zeitgleich den gleichen Beziehungsratgeber lesen und sich darüber unterhalten.

Zehn Minuten Beziehungspflege pro Tag

Studien von US-amerikanischen Forschern um den Psychologieprofessor John Gottman zeigen: Beziehungen profitieren vom Versuch, die psychologische Welt des Partners zu ergründen, so Maren Wiechers. „Zum Beispiel, indem wir im Alltag offene Fragen stellen: Was sorgt ihn, was sind die Freuden, was die Träume des Gegenübers?“ Schon eine solche offene Frage pro Tag kann einen Unterschied machen. „Die alltäglichen Mikrointeraktionen zwischen zwei Menschen sind die Bausteine, aus denen eine Beziehung aufgebaut wird.“

Die Kirchen oder Pro Familia beraten kostenfrei und unabhängig

Wer Hilfe von außen sucht, kann sich etwa an die Ehe- und Familienberatung des Erzbistums München und Freising wenden, unabhängig von der Religions- oder Kirchenzugehörigkeit und kostenfrei. Ein Antrag bei der Krankenkasse ist nicht notwendig. Eine Erstberatung kann man telefonisch oder im Netz vereinbaren.

Gerade in der Zeit nach Weihnachten, könne das aber wegen der vielen Anfragen ein paar Wochen dauern, so Eheberaterin Isabelle Überall. Im vergangenen Jahr waren 57 Prozent der Hilfesuchenden in der Eheberatung Frauen und 43 Prozent Männer. In etwas weniger als der Hälfte aller Fälle suchten Paare die Beratungsstellen gemeinsam auf, in rund 50 Prozent waren es Einzelpersonen ohne den Partner.

Auch wenn es sich um ein Angebot der katholischen Kirche handelt, die Beratung ist ergebnisoffen und zielt nicht etwa auf den Fortbestand einer Ehe ab. „Wir orientieren uns an dem, was die Klienten brauchen“, so Isabelle Überall. „Wenn Klienten sagen, wir möchten zusammenbleiben, dann ist das das Ziel. Aber wir machen genauso Trennungs- und Scheidungsberatung.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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