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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Erlanger Autovermieter beklagt Tesla-Flaute – Elon Musk Schuld?
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Erlanger Autovermieter beklagt Tesla-Flaute – Elon Musk Schuld?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 6. Februar 2025 09:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Nach mehreren Wachstumsjahren ist der Elektroautomarkt in Deutschland 2024 geradezu eingebrochen. Vor allem der amerikanische Hersteller Tesla musste Federn lassen: Während die Zahl der neu zugelassenen E-Autos insgesamt im vergangenen Jahr um rund 27 Prozent zurückging, wurden nach Angaben des ADAC, 41 Prozent weniger Teslas neu zugelassen. Inzwischen stammt demnach nur noch jedes zehnte E-Auto in Deutschland vom ehemaligen Marktführer.

Inhaltsübersicht
Tesla-Chef Elon Musk als Unterstützer rechtsnationaler ParteienWenig spontane Fluktuationen bei Luxusmarken wie TeslaInvestoren „wachen“ über UnternehmenAutovermieter glaubt weiter an TeslaFörderstopp belastete E-Auto-Markt

Tesla-Chef Elon Musk als Unterstützer rechtsnationaler Parteien

Die sinkende Nachfrage spürt auch der Erlanger Autovermieter Klaus Fischer. Er hat sich vor Jahren mit der Vermietung von Tesla-Autos selbstständig gemacht. Inzwischen musste er seine Fahrzeugflotte allerdings von 30 auf 14 Autos verkleinern.

Seiner Ansicht nach hängt die gesunkene Nachfrage vor allem mit Firmenchef Elon Musk zusammen, der zum Regierungsteam von US-Präsident Donald Trump gehört und ganz offen rechtsnationale Parteien in aller Welt – auch in Deutschland – unterstützt. Hinzu komme, dass die Neugierde, ob ein E-Auto im Allgemeinen und ein Tesla im Speziellen für die eigene Mobilität die richtige Anschaffung sei, inzwischen merklich abgeflaut ist.

Wenig spontane Fluktuationen bei Luxusmarken wie Tesla

Klaus Moser, Wirtschaftspsychologe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, glaubt hingegen nicht, dass das Verhalten von Tech-Milliardär Musk Auswirkungen auf die Entscheidungen von Autokäufern hat. Ein Tesla-Wagen sei fast schon ein Luxusprodukt, so Moser. Da gäbe es nur unter seltenen Umständen solche Einflüsse. Bei Alltagsprodukten könnten die Kunden leichter wechseln. Wenn etwa der Hersteller eines Joghurts sich merkwürdig äußere, könne einfach ein anderer Joghurt gewählt werden.

Tesla habe in mehreren Ländern außerhalb der USA mit Absatzproblemen zu kämpfen, sagt der Wirtschaftspsychologe. Gerade im chinesischen Raum täten sich die Amerikaner schwer. Dort gäbe es sehr viele preislich und auch technologisch attraktive Angebote anderer Hersteller. Und auch in Europa hätten insbesondere die deutschen Firmen „jetzt nicht nur geschlafen“, so Moser.

Investoren „wachen“ über Unternehmen

Hinzu komme, dass gerade in Europa die wirtschaftliche Situation schwierig sei und sich die Menschen bei großen Investitionen, wie etwa dem Kauf eines neuen Autos, aktuell zurückhalten würden, erklärt der Wissenschaftler. Sollte sich darüber hinaus herausstellen, dass das Verhalten des Firmenchefs der Marke schade, würden wohl Anteilseigner ganz schnell einschreiten.

Investoren seien sehr sensibel, wenn das Verhalten eines Einzelnen dem Ansehen der Marke schade und damit ihre Einkünfte geschmälert würden, so Moser. Aktuell sei aber „überhaupt nicht zu erkennen, dass Musk irgendwie in der Kritik steht“.

Autovermieter glaubt weiter an Tesla

Der Erlanger Autovermieter Klaus Fischer wird jedenfalls weiter auf die Marke Tesla setzen. Unabhängig, was Musk sage oder tue, werde Tesla auch in Deutschland weiterhin in großen Stückzahlen auf den Straßen unterwegs sein. Deswegen können auch sein Unternehmen in der aktuellen Größenordnung weiter existieren.

Förderstopp belastete E-Auto-Markt

Nach Angaben des ADAC liegt der starke Rückgang von E-Auto-Neuzulassungen im Jahr 2024 unter anderem daran, dass die Förderung für private Autokäufer im Dezember 2023 plötzlich gestoppt worden war. Steigende Lebenshaltungskosten und ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld hätten ein Übriges dazu beigetragen. Modelle wie der „ID.7“ von VW oder der „Škoda Enyaq“ kosteten den bisherigen Platzhirsch Tesla zudem Marktanteile. Ebenfalls zum Rückgang von Tesla-Verkäufen könnte beigetragen haben, dass Fans der Marke auf ein Facelift von gefragten Modellen warten, heißt es vom Automobilclub.

Der abgelaufene Januar war für die Hersteller von Elektroautos dagegen wieder ein sehr erfolgreicher Monat: Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt wurden insgesamt knapp 35.000 reine E-Autos neu zugelassen, mehr als eineinhalbmal so viele wie im Januar 2024.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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