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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Film mit klarer Haltung: „Wunderschöner“ von Karoline Herfurth
Kultur

Film mit klarer Haltung: „Wunderschöner“ von Karoline Herfurth

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. Februar 2025 09:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Eigentlich wollte Karoline Herfurth gar keine Fortsetzungen machen, denn die 40-jährige Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin hatte das Gefühl, mit „Wunderschön“ alles erzählt zu haben. Aber wie so oft im Leben ist es doch anders gekommen, denn beim Nachdenken über ein neues Projekt war sie gleich wieder beim Thema von „Wunderschön“. „Wenn man das Thema des Körperdrucks ein bisschen weiterdreht und ein bisschen mehr in die Tiefe gräbt, dann kommt man relativ schnell bei dem Thema Sexualität an.“

Inhaltsübersicht
Keine beliebige Variation, sondern gelungener WeiterdrehRaus aus der Komfortzone

Und vor allem bei den Fragen: Was ist Sexualität? Wie sind wir darin aufgewachsen? Welche Bilder prägen uns? Das Schöne am episodischen Erzählen sei, so sagt Herfurth, „dass man so große Themen aus so verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann und auch in verschiedenen Graden erzählen kann. Also die leichten und die lustigen und die komischen Momente, aber eben auch die dramatischen“.

Keine beliebige Variation, sondern gelungener Weiterdreh

„Wunderschöner“ ist in der Tat die logische Konsequenz von „Wunderschön“. Statt sich auf den Lorbeeren auszuruhen und sich einfach nur mit einer beliebigen Variation des Episodenfilms zu wiederholen, ist es Herfurth gelungen, das Thema nicht nur zu vertiefen, sondern weiterzudrehen – mit den altbekannten Figuren aus „Wunderschön“. Etwa das Paar Sonja und Milan, die getrennt leben. Das Ex-Model Juli, die als Aufnahmeleiterin einer Boulevardshow schnell an ihren Grenzen gerät. Oder die resolute Lehrerin Vicky, gespielt von Nora Tschirner, die ihre Schülerinnen mit ihren feministischen Sichtweisen nervt.

Neben den altbekannten gibt es auch neue Konstellationen, mit denen Herfurth erzählerisch tiefer in das Thema Sexualität eintaucht. Wie die von Nadine und ihrem Mann, einem Lokalpolitiker, der zu einer Prostituierten gegangen ist. Mit einer Tonalität, die schwerer geworden ist.

Raus aus der Komfortzone

Herfurth zwingt die Zuschauenden, ihre Komfortzone zu verlassen und das ganz bewusst. Sie arbeitet sich mit ihrem Ensemble episodisch an Themen ab. Sexuelle Übergriffe, Grenzen, Körperbilder, Beziehungsentwürfe, Prostitution. All das nicht im Sinne der Vollständigkeit, sondern der Ambivalenz und der Notwendigkeit, das Publikum zu fordern.

„Gerade jetzt, glaube ich, fällt es vielen Menschen ja ein bisschen schwer, so zuversichtlich zu bleiben, weil wir uns in so einem Backlash vom Patriarchat befinden und merken, es wird gerade wieder enger und die Luft, die wir gerade zum Atmen bekommen haben, die wird gerade wieder ein bisschen dünner.“ Gerade in so einer Zeit finde sie es gut, Räume zu schaffen, in denen man sich abgeholt fühlt. „Und wo man auch merkt, man ist damit nicht alleine mit dieser Haltung.“ Sie wolle Räume schaffen, in denen man sich in der Hoffnung „auf eine schönere, buntere, gemeinsamere, sichere Zukunft“ verbinden kann.

Es ist ein klares Statement. Genauso wie der Film, der nie moralisch den Zeigefinger erhebt, sondern einfach genau hinkuckt. Eben auch da, wo es wehtut. Ein Film und eine Filmemacherin mit klarer Haltung.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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