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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Komet 3I/ATLAS: Auf Stippvisite von einem anderen Stern
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Komet 3I/ATLAS: Auf Stippvisite von einem anderen Stern

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 17. Juli 2025 09:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Zu den schätzungsweise eine Billion Kometen, die es in unserem Sonnensystem gibt, hat sich vor Kurzem ein weiteres Exemplar dazugesellt. Allerdings ist der Anfang Juli entdeckte Komet 3I/ATLAS lediglich auf Stippvisite im Sonnensystem: Er stammt ursprünglich von einem anderen Stern und ist erst der dritte interstellare Besucher, den Astronominnen und Astronomen entdeckt haben. In den Jahren 2017 und 2019 hatten sie bereits 1I/‘Oumuamua und den Kometen 2I/Borisov während ihres Besuchs unseres Sonnensystems beobachten können.

Inhaltsübersicht
3I/ATLAS entstammt einem anderen SternsystemKomet wahrscheinlich schon seit Milliarden von Jahren unterwegs

In den nächsten Monaten wollen Wissenschaftler mithilfe von Teleskopen das interstellare Objekt 3I/ATLAS eingehender untersuchen, um mehr über seinen Ursprung und fremde Welten jenseits unseres Sonnensystems zu erfahren.

3I/ATLAS entstammt einem anderen Sternsystem

Das Objekt 3I/ATLAS wurde Anfang Juli zunächst von einem Teleskop in Chile entdeckt, das den Himmel routinemäßig nach derartig kleinen, schnellen Objekten absucht – hauptsächlich um Gesteinsbrocken zu finden, die auf der Erde einschlagen könnten. Diese Gefahr ging zu keinem Zeitpunkt von 3I/ATLAS aus, doch schnell war klar, dass es sich bei diesem Objekt um einen interstellaren Besucher handelt, der nicht Teil unseres Sonnensystems ist. Alle Objekte im Sonnensystem, von Planeten bis hin zu Asteroiden und Kometen, befinden sich auf einer mal mehr, mal weniger stark elliptisch ausgeprägten Umlaufbahn um die Sonne. 3I/ATLAS folgt hingegen einer offenen Umlaufbahn, die stark hyperbolisch ausgeprägt ist: Auf Simulationen seiner Bahn schaut es so aus, als ob das Objekt fast geradewegs durch das Sonnensystem fliegen würde und nur geringfügig von der Sonne abgelenkt wird. Sein Ursprung liegt damit weit jenseits unseres Sonnensystems.

Derzeit befindet sich 3I/Atlas zwischen den Umlaufbahnen von Jupiter und Mars und rast mit rund 61 Kilometern pro Sekunde auf die Sonne zu. Seinen sonnennächsten Punkt, das sogenannte Perihelion, erreicht er voraussichtlich am 29. Oktober 2025, den erdnächsten Punkt am 29. Dezember 2025. Dabei stellt der interstellare Besucher zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Erde dar, da sein Abstand zur Erde bei dieser größten Annäherung noch rund 1,8 AE (Astronomische Einheiten) betragen wird. Das entspricht dem 1,8-fachen Abstand zwischen Erde und Sonne.

Komet wahrscheinlich schon seit Milliarden von Jahren unterwegs

Schon kurz nach seiner Entdeckung konnten Astronomen erkennen, dass es sich bei 3I/ATLAS um einen Kometen handelt, also um eine Art schmutzigen Eisball, da er bereits erste Anzeichen von für Kometen typische Aktivität erkennen lässt. Nähern sich Kometen im All einer Strahlungs- und Wärmequelle wie unserer Sonne, erzeugt das Ausgasen flüchtiger Stoffe eine Hülle aus Gas und Staub um ihren Kern, die sogenannte Koma, sowie den für Kometen charakteristischen Schweif. Beobachtungen am Teide-Observatorium auf Teneriffa haben ergeben, dass der Schweif des interstellaren Besuchers derzeit etwa 25.000 Kilometer lang ist.

Forschende gehen aufgrund der beobachteten Helligkeit von 3I/ATLAS davon aus, dass der Komet selbst mit einem geschätzten Durchmesser von vier bis fünf Kilometern das bislang größte beobachtete interstellare Objekt sein könnte. Allerdings sind derzeit genauere Angaben noch unmöglich, da der Kern des Kometen von der hellen Koma umhüllt ist.

Laut einer Vorabveröffentlichung einer wissenschaftlichen Studie gehen Forschende um Matthew J. Hopkins von der University of Oxford davon aus, dass 3I/ATLAS rund sieben Milliarden Jahre und damit sogar älter als unser eigenes Sonnensystem mit seinen 4,6 Milliarden Jahren sein könnte. 3I/ATLAS könnte schon bald nach seiner Entstehung aus seinem ursprünglichen Sternsystem geschleudert worden sein und sich somit seit Milliarden von Jahren auf einer Reise durchs All befinden.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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