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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Trash-Talk“: Ist Medwedew die „Stimme“ von Putin?
Kultur

„Trash-Talk“: Ist Medwedew die „Stimme“ von Putin?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 3. August 2025 14:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Dmitri Medwedew ist ein Hund hinter einem Zaun, der Passanten anbellt, aber ohne Befehl seines Herrchens niemanden beißen darf. Er hat sowieso keine Zähne mehr“, hieß es auf einem der viel zitierten russischen Polit-Blogs (externer Link), nachdem der russische Ex-Präsident und jetzige stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats in den sozialen Netzwerken mit US-Präsident Donald Trump aneinander geraten war. Der kündigte bekanntlich sogar an, zwei Atom-U-Boote in Marsch zu setzen, weil er Medwedews Äußerungen, etwa einen Hinweis auf ein automatisches System zum Start von Atomraketen, bedrohlich und „aufrührerisch“ auffasste.

Inhaltsübersicht
„Versuch, seine Biografie umzuschreiben“„Wollte Putin solche Konsequenzen?“

In Russland dagegen nimmt Medwedew kaum jemand ernst, vielmehr wird er regelmäßig (und offenbar ungestraft) als alkoholkrank bezeichnet. Das einzig Richtige sei es, „solche Provokateure völlig zu ignorieren“, schreibt der zitierte Kommentator, der von „Trash-Talk“ sprach: „Medwedew hat nichts zu verlieren, er ist ein abgestürzter Pilot, an dessen genaue Position sich kein normaler Russe erinnert. Und im Ausland gilt er als [Putins] Lakai mit einem miesen Ruf.“

„Versuch, seine Biografie umzuschreiben“

Politologe Andrei Kalitin argumentierte dagegen (externer Link), der Krieg werde zur „Sternstunde“ von Medwedew: „Er wusste, dass Putin die Publicity leid war und nie vorhatte, Blogs zu betreiben. KGB-Offiziere schreiben nicht im Internet. Medwedew sprang ein, besetzte eine Nische und wurde zur Stimme seines älteren Kameraden, der Medwedews literarische Experimente offenbar sehr schätzte, sonst hätte er ihn gestoppt.“

Jede Schmähung von Trump sei für Medwedew inzwischen ein Kompliment: „Nachdem er zu Hause an politischem Gewicht und gleichzeitig Teammitglieder verloren hat, von dem einige bereits im Gefängnis sitzen, ist der Kampf mit dem ‚kollektiven Westen‘ der jüngste Versuch, seine Biografie umzuschreiben.“ Früher nämlich sei Medwedew ein ausgesprochener Fan des Westens gewesen und habe Selfies mit Arnold Schwarzenegger gemacht.

„Wollte Putin solche Konsequenzen?“

„Nach der scharfen Reaktion von US-Präsident Trump wurde plötzlich klar, dass wir Dmitri Anatoljewitsch Medwedew aufgrund eines Missverständnisses als Blogger wahrnahmen“, so Politologe Sergei Starowoitow (externer Link), „Trump ihn jedoch stets als den stellvertretenden Vorsitzenden des Sicherheitsrats Russlands ansah, der mit entsprechenden und sehr schwerwiegenden Befugnissen ausgestattet ist.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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