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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Reise mit Segen: Warum Menschen vor dem Abflug beten
Kultur

Reise mit Segen: Warum Menschen vor dem Abflug beten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. August 2025 12:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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In einer Maschine der Fluggesellschaft Brunei Airlines, kurz vor dem Take-off: Auf den Bildschirmen der Passagiere wird hier noch ein islamischer Reisesegen gesprochen. Üblich ist das bei den meisten Airlines aus muslimisch geprägten Ländern. Zahlreiche Videoclips wie dieser kursieren davon im Netz – von Mitreisenden, die sich dank der gesprochenen Worte auf Arabisch mit einem guten Gefühl in die Luft begeben.

Inhaltsübersicht
Gebetsräume auf internationalen FlughäfenFlughafenkapelle in München ist gut frequentiert„Segen gibt den Menschen Zuversicht“

Der islamische Reisesegen ist auch als „Safar Ki Dua“ bekannt. Er ist ein Bittgebet, das Muslime sprechen, bevor sie eine Reise antreten, um Allah um Schutz und Führung zu bitten. Auch die anderen großen Religionen kennen die Tradition des Reisesegens. Juden sprechen einen hebräischen Segensspruch, wenn sie ihre Stadt verlassen. Und im Christentum – vor allem in der katholischen Tradition – soll der Heilige Christophorus die Reisenden auf ihrem Weg beschützen. So mancher Autofahrer hat neben seinem Lenkrad noch eine Plakette, die den Heiligen mit dem Jesuskind auf seinen Schultern zeigt.

Gebetsräume auf internationalen Flughäfen

Auf den meisten der großen Flughäfen weltweit gibt es solche, für alle Religionen offenen Gebetsräume oder „Prayer Rooms“, so zum Beispiel in Hongkong, Dubai oder London Heathrow. Und auch am Flughafen in München gibt es einen solchen Raum. Die Kapelle, die sich im oberen Stockwerk von Terminal 1 befindet, ist benannt nach dem katholischen Schutzpatron der Reisenden, dem Heiligen Christophorus. Unterhalten wird die Kapelle von der katholischen und evangelischen Kirche gemeinsam, mit je einem Flughafenseelsorger.

Flughafenkapelle in München ist gut frequentiert

Pfarrerin Christine Stöhr, seit vier Jahren als Seelsorgerin am Münchner Flughafen tätig ist, beobachtet, dass immer mal wieder Menschen vor dem Abflug in die Kapelle kommen, eine Kerze anzünden und etwas in das Andenkenbuch schreiben. Der Ort sei gut frequentiert.

Franz Kohlhuber erinnert sich noch besonders gut an ein junges Paar, das um einen Reisesegen bat. Das Paar hätte vorher angerufen und gesagt: „Wir gehen für ein halbes Jahr nach Ecuador. Wir würden es gerne hier mit einem kleinen Gebet und einem Segen beginnen. Machen Sie so etwas?“ Er habe geantwortet: „Ja klar, treffen wir uns in der Kapelle.“

„Segen gibt den Menschen Zuversicht“

„Ich glaube schon, dass es vielen Menschen eine Zuversicht gibt“, sagt Kohlhuber. Auf vieles könne der Mensch aufpassen, aber manche Dinge hätte er selbst nicht mehr in der Hand. „Und dann habe ich zumindest einen Segen dabei.“

Und so gibt es auch am Münchner Flughafen unter den Wartenden im Terminal immer wieder Menschen, die vor ihrer Reise noch um Gottes Segen bitten – entweder für sich, im stillen Gebet oder auch in der Flughafenkapelle.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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