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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Entwicklungsländer brauchen mehr Hilfe bei der Klima-Anpassung
Wissen

Entwicklungsländer brauchen mehr Hilfe bei der Klima-Anpassung

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 29. Oktober 2025 16:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind am stärksten von den Folgen wie Hitze, Dürre, Überschwemmungen und Stürmen betroffen. Ihnen fehlen die Mittel, um Vorsorge zu treffen – und die Unterstützung der Industrieländer bleibt hinter den Zusagen zurück.

Inhaltsübersicht
Private Mittel sollen die Lücke füllenVon Baku nach BelémResilienz ist das Ziel

Hunger durch Missernten, Flucht aus Dürregebieten, Zerstörung und Tote durch Unwetter werden vor allem die ärmsten Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten in der Zukunft noch häufiger treffen. Zwar haben die Industrieländer, also die wesentlichen Verursacher des menschengemachten Treibhauseffekts, finanzielle Unterstützung zugesagt. Aber in seinem aktuellen Adaptation Gap Report 2025 (externer Link) beziffert das UN-Umweltprogramm UNEP die Finanzierungslücke auf das Zwölf- bis 14-fache der bisher zugesagten Mittel. Zudem führen derzeit mehr als die Hälfte der Fördermittel zu Schulden in den Empfängerländern.

Je weniger sich Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten jetzt an die Auswirkungen anpassen können, desto höher steigen die Folgekosten in der Zukunft. So schätzt das UNEP, dass jeder Dollar, der jetzt in Küstenschutz investiert wird, zukünftige Schäden in 14-facher Höhe verhindert

Private Mittel sollen die Lücke füllen

Zwar haben die Industrieländer bei der letzten UN-Klimakonferenz 2024 zugesagt, den Entwicklungsländern jährlich 300 Milliarden Dollar bereitzustellen. Diese Summe ist allerdings unzureichend, denn erstens steigt der Bedarf der Entwicklungsländer bis 2035 durch die Inflation auf jährlich 440 bis 520 Milliarden Dollar; und zweitens sollen damit außer der Anpassung auch Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels wie die Senkung der Treibhausgas-Emissionen finanziert werden.

Rund 15 bis 20 Prozent des Finanzbedarfs könnten private Geldgeber beisteuern. Ihre Investitionen würden aber wohl vorwiegend Ländern mit mittlerem Einkommen und bestimmten Sektoren zugutekommen. So könnten Anbaupraktiken für Kleinbauern oder eine effizientere Wassernutzung durch eine öffentlich-private Mischfinanzierung gefördert werden, während das UNEP bei der Sicherung von Privatbesitz, der Kühlung von Gewerbe- und Industrieanlagen oder der Sicherung von Lieferketten allein private Geldgeber in der Pflicht sieht. Infrastruktur wie den Küstenschutz, soziale Absicherung und das Gesundheitswesen hingegen bleiben die Domäne öffentlicher Finanzierung.

Von Baku nach Belém

Bei der letzten UN-Klimakonferenz in Baku wurde vereinbart, bis zur Folgekonferenz in Belém ab dem 10. November 2025 die Finanzmittel zur Unterstützung von Entwicklungsländern auf 1,3 Billionen Dollar zu erhöhen.

Das UNEP bilanziert allerdings, dass die tatsächlich zugesagten finanziellen Mittel „völlig unzureichend“ seien: „Es bedarf nichts weniger als einer globalen gemeinsamen Anstrengung, um die Klimafinanzierung auf das in der ‚Roadmap von Baku nach Belém‘ zugesagte Volumen von 1,3 Billionen zu erhöhen. Dies ist besonders wichtig, angesichts des moderaten Potenzials der Finanzbeiträge aus dem Privatsektor, und weil gezielte politische Maßnahmen sowie Mischfinanzierungen erforderlich sind, um es zugänglich zu machen.“

Resilienz ist das Ziel

Mit dem Geld sollen vor allem Entwicklungspfade mit niedrigen Treibhausgas-Emissionen in ärmeren Ländern gefördert werden. Dazu müssen Subventionen und Investitionen im Bereich fossiler Energieträger zurückgefahren und für die künftige Finanzierung von Anpassung neue Quellen erschlossen werden. Und nicht zuletzt fordert das UNEP, dass bei Finanzierungsentscheidungen mehr als bisher auf Gerechtigkeit und Klimaresilienz geachtet wird, um zu gewährleisten, dass alle Betroffenen tatsächlich die physischen Risiken des Klimawandels meistern und sich besser anpassen können.

Eine klimaresiliente Gesellschaft ist krisensicher aufgestellt, weil sie zum Beispiel kritische Infrastruktur wie Rettungsdienste und Krankenhäuser besonders schützt. Die Klimaresilienz-Forschung etabliert sich erst. Eine internationale Konferenz an der Ludwig-Maximilians-Universität München (externer Link) in dieser Woche will dafür Maßstäbe setzen: Sie hat eine Art Grundsatzprogramm veröffentlicht, die „Munich Climate Resiliance Initiative“. Sie betont den ganzheitlichen Ansatz des Konzepts und fordert, Resilienz bei allen Planungen, in der Klimapolitik und in der Forschung immer mitzudenken.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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