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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Der Kulturkampf um Taylor Swift
Kultur

Der Kulturkampf um Taylor Swift

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 31. Oktober 2025 11:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Blitz-Symbol tief verankert in der Popkultur

„Das ist totaler Humbug und fast unerträglich“, sagt Jörn Glasenapp. Der Professor für Literatur und Medien von der Universität Bamberg gibt immer wieder popkulturelle Seminare und bezeichnet sich selbst als Swiftie, also als Teil der globalen Taylor-Swift-Fangemeinschaft. Blitze als Symbole seien popkulturell schon bei AC/DC und KISS vorgekommen, bei denen stelle auch niemand eine Nähe zum NS-Regime her, so Glasenapp. Bei Swift könnten sie auf die Lyrics des Songs „Opalite“ anspielen: „You were dancing through the lightning strikes / Sleepless in the onyx night“.

Inhaltsübersicht
Blitz-Symbol tief verankert in der PopkulturTaylor Swift wird immer wieder vereinnahmtGerüchteküche zeigt Spaltung der US-Gesellschaft

Vielleicht ist die Interpretation der Swift-Kette auch nur eine Art lästiger Nebeneffekt von Fantum im digitalen Zeitalter. Globale Popstars waren schon häufiger abstrusen Theorien ausgesetzt, man erinnere sich an die Beatles: Über Paul McCartney hieß es, er sei bereits 1966 – dem Jahr, in dem das Album „Revolver“ veröffentlicht wurde – verstorben und jahrelang von einem Doppelgänger ersetzt worden.

Taylor Swift wird immer wieder vereinnahmt

Literaturwissenschaftler Glasenapp vermutet hinter dem „Raunen“ mehr als nur Diffamierungsabsichten. Man könne daran auch sehen, wo Internet-Fankultur zu weit abdrehe, so Glasenapp. Zudem gibt es eine lange Geschichte der Vereinnahmung in den USA. Schon 2016 bezeichnete der rechtsextreme Blog „The Daily Strormer“ Swift als „arische Göttin“. Dass Swift sich aber immer wieder für demokratische Präsidentschaftskandidaten eingesetzt hat, hinterließ viel Frust bei Fans im MAGA-Lager und kostete die Sängerin auch einige Fans.

Dem gegenüber steht, dass Swift 2008 auf einem Nominierungsparteitag der Republikaner aufgetreten ist. Auch das löste viel Fankritik aus – diesmal aus dem demokratischen Lager. Beanstandet wurde auch, dass Swifts Verlobungsfotos mit dem American-Football-Profi Travis Kelce klassische Rollenbilder bedienen würden. Der Popstar, so Glasenapp, sei eben eine „Projektionsfläche“, auf die sowohl Demokraten als auch Republikaner in den USA ihre politischen Haltungen und Wünsche projizierten: „Taylor Swift ist einmal mehr der Brennpunkt im Kulturkampf.“

Gerüchteküche zeigt Spaltung der US-Gesellschaft

Es geht bei den neuen Gerüchten also vielleicht mehr darum, „den anderen“ zu beweisen, dass sie falsch lagen in ihrer Einschätzung zu Taylor Swift. Eine Kette mit angeblichen Nazi-Symbolen könnte gerade liberale Fans von Swift aufschrecken und Abstand nehmen lassen. Diese Fangruppe war in letzter Zeit tatsächlich immer wieder enttäuscht von ihrer Superheldin.

Einige Swifties werfen ihr nämlich vor, dass sie so eng mit Brittany Mahomes befreundet ist. Die Frau des Quarterbacks Patrick Mahomes ist eine Unterstützerin der MAGA-Bewegung. Dass alleine die Möglichkeit, mit jemandem aus einem anderen politischen Lager befreundet zu sein, schon so polarisiert, sagt aber mehr über die Spaltung der US-Gesellschaft aus als über Swifts private Bindungen.

Taylor Swift selbst hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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