Bekannt wurde er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Meme. Nun ist der Actionstar Chuck Norris im Alter von 86 Jahren gestorben. Das teilten seine Angehörigen am Freitag über Instagram mit. „Für die Welt war er Kampfsportler, Schauspieler und ein Symbol der Stärke“, erklärte die Familie. „Für uns war er ein hingebungsvoller Ehemann, ein liebender Vater und Großvater, ein unglaublicher Bruder und das Herz unserer Familie.“
Der Durchbruch als Texas Ranger
Bis ins hohe Alter gab Norris sich gern als knallharter Hollywood-Kerl. Ein Klick auf seiner Webseite und schon erscheint er mit gestähltem Oberkörper in Karate-Kampfpose. Der bärtige Haudegen mit vernarbter Haut hatte eine lange Karriere. Zuletzt waren die Auftritte in Spielfilmen zuletzt aber selten geworden.
Als Action-Held, der oft in Polizeiuniform gegen Bösewichte antritt, hatte sich Norris im Showbusiness aber einen festen Platz erkämpft. Das verdankte er vor allem seiner Dauer-Rolle als Gesetzeshüter Cordell Walker in der TV-Serie „Walker, Texas Ranger“. Ab 1993 spielte er mehr als acht Jahre lang den uramerikanischen Ranger in Texas, der für Recht und Gesetz eintritt.
Der konservative Star und Waffenliebhaber konnte sich immer auf eine eingeschworene Fangemeinde stützen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag bedankte er sich bei allen, die ihn bei einer Waffenmesse in Las Vegas besucht hätten. Norris war auch prominenter Markenbotschafter beim Waffen-Riesen Glock.
Über den Kampfsport nach Hollywood
In einer streng religiösen Familie im ländlichen Oklahoma aufgewachsen, hatte er als junger Soldat in Korea die Karate-Variante Tang Soo Do entdeckt. Als Kampfsportlehrer wurde er in den 1960er Jahren in der Martial-Arts-Szene bekannt. Mehrere Jahre war er Karate-Weltmeister im Mittelgewicht. Über Kampfsportfreunde wie Bruce Lee und Steve McQueen schaffte er schließlich den Sprung nach Hollywood. Zur Leinwandikone machte ihn dann auch der Kampf gegen den Kung-Fu-Superstar Bruce Lee in dem Film „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ von 1972.
Danach spielte er in Filmen wie „Der Bulldozer“, „Kalte Wut“, „Missing in Action“, „Delta Force“ und „Die Feuerwalze“ mit. In vielen seiner Filmrollen verkörperte er den Typus schweigsamer Einzelgänger. Oft waren die Filme geprägt von einer klaren Trennung: hier die Guten, da die Bösen. Norris markierte in seinen Rollen gern den starken Mann, wurde aber gleichzeitig auch zum Protagonisten für Witze. Als „Chuck Norris Fakten“ kursieren zig Sprüche im Internet, etwa: „Chuck Norris schläft mit einem Kissen unter seiner Pistole“ oder „Chuck Norris würzt sein Steak mit Pfefferspray“. Das nahm der Schauspieler aber mit Humor, er postete die Witze auch auf seiner Webseite.
Chuck Norris war großer Fan von Donald Trump
Aus seinen ultrakonservativen Ansichten machte Norris keinen Hehl. Als Kolumnist der rechtsgerichteten Webseite World Net Daily (WND) wetterte er gegen das aus seiner Sicht zu liberale Schulsystem, trat als Verfechter der Waffenrechte auf und legte sich für Donald Trump ins Zeug.
In einem Eintrag am 20. Januar 2025, zum zweiten Amtsantritt von Trump als US-Präsident, schwärmte Norris von seiner ersten Begegnung mit dem Republikaner im Jahr 1974, als Trump ein junger Geschäftsmann und er selbst ein bekannter Kampfsportler war. Trump habe ihn damals darin bestärkt, Schauspieler zu werden, schrieb Norris. Seine Fans rief er dazu auf, Trump zu unterstützen und für ihn zu beten, denn der sei ein Kämpfer, der Amerika „wieder großartig“ machen werde.
Konservative Werte
Als seine Lebensprinzipien und Werte listete Norris „Glaube, Familie, Fitness, Freiheit und Kampf“ auf. Damit versuchte der fünffache Vater auch Geld zu verdienen. Auf seiner Webseite bot er Silbermünzen mit seinem Abbild und den fünf Schlagworten versehen zum Verkauf an. Er sehe es als seine Mission an, die Menschen daran zu erinnern, was es bedeutet ‚ein echter Amerikaner‘ zu sein, bewarb Norris das Produkt. 1998 heiratete er in zweiter Ehe das mehr als 20 Jahre jüngere Ex-Model Gena O’Kelley. 2001 brachte sie Zwillinge zur Welt. Aus früheren Beziehungen hatte Norris drei weitere Kinder.
Mit Material von dpa

