Nach Medienberichten über eine Schließung des Clubs veröffentlichte das Blitz am Mittwoch über Instagram ein Statement, das diese bestätigt. Darin heißt es, dass sie immer gehofft hätten, „so lange wie möglich an diesem Ort zu bleiben“, doch „aus Gründen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen“, würden sie „zu neuen Ufern aufbrechen müssen“. Am Wochenende vom 31. Juli bis 3. August soll ein letztes Mal auf der Museumsinsel gefeiert werden, die größte Party, die sie je veranstaltet hätten.
Vor knapp neun Jahren öffnete der Club in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten der ehemaligen Kongresshalle des Deutschen Museums in München. Sein einzigartiges Soundsystem, das ambitionierte Booking von größtenteils elektronischen DJs aus der ganzen Welt und die spezielle Atmosphäre in den Räumlichkeiten des Deutschen Museums machten den Club schnell weit über die Stadtgrenzen bekannt und zu einer Institution für die bayerische Clubkultur. Internationale Techno-Größen wie Jeff Mills, Richie Hawtin oder Nina Kraviz haben dort bereits aufgelegt.
Der Schritt zur Schließung sei selbstgewählt. Der Sprecher des Deutschen Museums, Gerrit Faust, erklärte gegenüber der AZ, dass Umbauarbeiten angestanden hätten. Und die Betreiber des Blitz Clubs hätten sich dagegen entschieden, den Mietvertrag unter veränderten baulichen Bedingungen fortzusetzen.
„Chapter 1 closed“ – Kapitel 1 ist geschlossen, wie geht es weiter?
Laut Statement arbeite der Club aktuell hart daran, seine Geschichte an anderer Stelle weiterzuführen. Wie oder wo genau, das verraten die Betreiber noch nicht. Andreas Jäger vom Verband für Popkultur in Bayern, kurz VPBy, zeigte sich auf Anfrage von BR24 optimistisch. Denn „es sei wohl eine Location gefunden worden und es ginge weiter“, so Jäger im Interview. Die neue Lösung sei „vielleicht eine Verkleinerung, damit man wirtschaftlich arbeiten kann“.
Dass sich Clubs aktiv dazu entscheiden, aus befristeten Verträgen herauszukommen, um besser planen zu können, sei nicht ungewöhnlich. Jahresverträge und Zwischennutzungssituationen seien gerade ein generelles Problem vieler Clubs. „Das Geld, das man dann reinsteckt, ist dann vielleicht nach einem Jahr oder wenn der Vertrag ausläuft, weg. Viele Clubs wollen auch aus dieser Situation aktiv entkommen“, so Jäger.
Clubs in Bayern unter Druck
In Füssen habe die bayerische Clubszene gerade erst eine kleinere Spielstätte verloren. Als Zwischennutzung musste der Ort weichen für privatwirtschaftliche Interessen. „Dann hat leider Kultur keinen Platz mehr“, erklärt Andreas Olschar vom VPBy dazu. Auch die steigende Dichte an Behördenauflagen erhöhe aktuell den Druck auf Bayerns Clubs.
Der Musikclub Zauberberg in Passau musste seinen Betrieb im Januar wegen Brandschutzmaßnahmen vorübergehend einstellen. Das Kulturzentrum Alte Mälzerei in Regensburg sieht sich aktuell mit einer drastischen Begrenzung der Besucherzahlen konfrontiert. Jäger und Olschar sprechen von immer mehr Hürden, vor allem für Clubs in ländlichen Räumen. Es brauche mehr Wertschätzung und Förderung für Veranstaltende, besonders für diejenigen, die es auf dem Land sowieso schon mit erschwerten Bedingungen, beispielsweise mit kleineren Zielgruppen, zu tun hätten.

