Diese Erfolgsmeldung verkündete Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) natürlich gern persönlich: „2025 war ein Spitzenjahr mit Besucherrekorden in vielen Häusern. Besonders eindrucksvoll ist der historische Höchststand im Deutschen Museum: Im 100. Jubiläumsjahr haben fast 1,7 Millionen Technikfans die Standorte unserer bayerischen Museums-Ikone besucht – so viele wie noch nie in der Geschichte des Hauses. Das zeigt: Unsere Investitionen zahlen sich aus“, heißt es in einer Pressemitteilung.
In ganz Bayern gebe es „Erfolgszahlen“, was den Zuspruch zu Museen betreffe, jubelte der Minister über die jetzt gemeldeten 6,3 Millionen Besucher im vergangenen Jahr: „Das Publikum honoriert Qualität und Innovationsgeist. Unsere Museen bewahren und bewegen: Sie haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder neu erfunden.“
Konkret verwies Markus Blume auf rund 315.000 Besucher im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg und 213.000 Gäste in der Dokumentationsstelle am Obersalzberg, die vom Leibniz-Institut für Zeitgeschichte kuratiert wird.
„Sau sticht König“: Ausstellung über Kartenspiele
In Regensburg waren im vergangenen Jahr die Landesausstellung über Ludwig I. zu sehen, bei der kritisch gefragt wurde, ob er wirklich „Bayerns größter König“ gewesen sei, außerdem die Kabinetts-Ausstellung „Sau sticht König“ über Kartenspiele und die Ausstellung im Foyer „Geschichten aus dem Bayerwald“.
Am Obersalzberg geht es in der Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ um die NS-Zeit in Berchtesgaden und Umgebung. Adolf Hitler nutzte den Obersalzberg seit den 1920er Jahren als Feriendomizil; später wurde das Gelände zum „Führersperrgebiet“ ausgebaut und galt als eine Art zweiter Regierungssitz neben Berlin. Bis zu einem Viertel seiner Amtszeit soll Hitler hier verbracht haben.
Sanierungsstau in vielen Häusern
Wohl ein Grund für die Freude von Blume an der jetzt vorgelegten Museumsbilanz: Er hat es mit einem gewaltigen Sanierungsstau in den bayerischen Museen (und Theatern) zu tun. Viele Häuser sind so marode, dass es sehr teuer werden wird, sie baulich auf den neuesten Stand zu bringen. Allein der erste Bauabschnitt beim Deutschen Museum in München habe 180 Millionen Euro gekostet, so Blume. Für den jetzt laufenden zweiten Abschnitt sollen weitere 150 Millionen Euro aufgewendet werden. Angesichts dieser Zahlen können Erfolgsmeldungen über großen Publikumszuspruch nicht schaden.

