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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Marty Supreme: Der beste Film des Jahres?
Kultur

Marty Supreme: Der beste Film des Jahres?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 24. Februar 2026 08:49
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Vom zukünftigen Messias im Science Fiction-Drama „Dune“ bis zur Folk-Ikone Bob Dylan: Timothée Chalamet hat schon einige Superhelden der Popkultur gespielt. In seinem aktuellen Film „Marty Supreme“ spielt er einen Außenseiter, der sich aber aufführt, als sei er ein Popstar: den hochbegabten und mittellosen Tischtennisspieler Marty Mauser.

Inhaltsübersicht
Einer der besten Filme des JahresDer erfolgreichste Film von Studio A24Marty Supreme: Wie Schach mit 100 km/h

„Marty Supreme“ beginnt wie ein Sportlerfilm: Ein junger ambitionierter Tischtennisspieler will 1952 das Unmögliche schaffen und als erster US-Amerikaner Weltmeister werden. Das Talent dazu hat Marty Mauser, allein die Mittel fehlen. Statt rund um die Uhr zu trainieren, muss er sich im New Yorker Schuhladen seines Onkels das Geld für den Flug zum nächsten großen Turnier in London verdienen.

Einer der besten Filme des Jahres

Gegen alle Widerstände schafft Marty es nach London, unterliegt im Finale allerdings dem Japaner Koto Endo. Bei der anstehenden Weltmeisterschaft hofft Marty auf die Revanche. So weit, so Sportlerfilm. Doch die Sporterzählung sprengt schnell alle Grenzen, schließlich heißt der Regisseur Josh Safdie. Zusammen mit seinem Bruder Benny hat er verrückte, hochtourige Filme wie „Good Time“ oder „Der schwarze Diamant“ gedreht. „Marty Supreme“ ist seine erste große Solo-Arbeit. Und auch hier lässt Safdie die Sache völlig aus dem Ruder laufen, treibt Marty auf seiner ständigen Suche nach Geld zu immer waghalsigeren Aktionen und lässt ihn von einer Verfolgungsjagd in die nächste taumeln.

Timothée Chalamet ist umwerfend als Marty: ein pickliger Spaddel mit Brille und Schnurrbart, rastlos angetrieben von seinem Ehrgeiz und einem überbordenden Selbstbewusstsein. Ein Trickster, der das eigene Blatt oft überreizt. Allerdings erquatscht er sich mit seiner Chuzpe auch einiges, was eigentlich völlig außer Reichweite liegt: ein Zimmer im Ritz genauso wie eine Affäre mit einer ehemaligen Stummfilmdiva, die Gwyneth Paltrow mit trockenem Humor spielt.

Der erfolgreichste Film von Studio A24

Neben seiner schrägen Überdrehtheit ist der Film zugleich eine Hommage an die frühen Tage des Tischtennis in den USA, als Ping Pong weniger als richtige Sportart denn als Subkultur galt. Safdie, selbst ein großer Tischtennis-Fan, taucht ein in die schummrigen Hinterhofzimmer, in denen sich schräge Typen die Bälle um die Ohren schlagen. Hier ist alles historisch korrekt, vom Schlägerbelag bis zu Tempo und Stil der Ballwechsel, die der Film in langen, teils ungeschnittenen Einstellungen zeigt. Sieben Jahre hat Chalamet nach eigener Aussage für diese Szenen trainiert. Das zahlt sich aus.

Ebenso echt wie die Tischtennis-Szenen fühlen sich die Charaktere an. Das liegt an der exzellenten Besetzung, aber auch daran, dass in diesem Film ausschließlich interessante Gesichter zu sehen sind, die schwitzen oder schlechte Haut haben, also in keiner Weise den glattgezogenen Schönheitsnormen Hollywoods entsprechen. Dadurch bekommt der Film etwas geradezu Haptisches.

Marty Supreme: Wie Schach mit 100 km/h

Tischtennis sei wie Schach bei 100 km/h, sagt eine Sportweisheit. Und das trifft auch auf „Marty Supreme“ zu. Er schaltet 150 Minuten lang auf High Speed, während die Handlung ständig Spin in unerwartete Richtungen bekommt. Am Ende dieser Tour de Force geht man ziemlich geschafft, aber glücklich aus dem Kino.

In zwei Wochen könnte Chalamet für seine Rolle als Marty Mauser seinen ersten Oscar erhalten, genauso wie der Regisseur Josh Safdie. Am 26. Februar startet der Film in den deutschen Kinos.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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