Julia Schäfer ist sich sicher: Wäre das Feuerpferd ein echtes Tier, es wäre ihr Schoko. „Ein Kindskopf“, lacht Schäfer über ihren Hengst. Die Pferdetrainerin aus der Nähe von Aying bei München sagt, ihr Quarter-Horse-Rennpferd sei schnell. Intelligent. Schoko liebe es zu spielen und öffne manchmal selbst Türen, wenn ihm langweilig ist.
Neuer Schwung statt Stagnation: Feuerpferd löst Holzschlange ab
In China ist jedem Jahr eins der zwölf Tierkreiszeichen zugeordnet, etwa Ratte oder Schwein. Das letzte war das der Holzschlange. Und das neue steht im Zeichen des Feuerpferdes. Im chinesischen Horoskop gilt es als wild und leidenschaftlich. Es soll Schwung in stagnierende Lebensbereiche bringen.
In der Wirtschaftsmacht China freut man sich auf das Feuerpferd, sagt Hans van Ess, Sinologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Das Pferd wird assoziiert mit Dynamik und Voranpreschen. Wenn das dann auch noch mit einem Feuer kombiniert wird, dann ist das vielleicht sogar eine Dynamik, die mit einer gewissen Hitzigkeit schneller voran geht als das normalerweise der Fall wäre.“ Andererseits werde das Feuerpferd mit Herausforderungen verbunden, „die entstehen können, weil manche Dinge vielleicht zu schnell angegangen werden“.
Feuerpferd kommt nur alle 60 Jahre
Nur alle sechzig Jahre wiederholt sich das Jahr des Feuerpferdes. So lange dauert es, bis die zwölf chinesischen Tierkreiszeichen in Verbindung mit den im Feng Shui bekannten fünf Elementen – Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – einmal durchkombiniert sind. Das letzte Mal war das im Jahr 1966 der Fall. Damit ist unter anderem US-Boxer Mike Tyson ein Feuerpferd, die britische Schauspielerin Helena Bonham Carter und der bayerische Comedian Michael Mittermeier – und eben alle, die in diesem Jahr 60 Jahre alt werden.
Auch denen, die im Jahr des Feuerpferds geboren werden, misst die chinesische Astrologie traditionell Tierkreis-spezifische Eigenschaften zu: in dem Fall Charisma, Tatendrang, Schnelllebigkeit und Mut. Sie können demnach aber auch ungeduldig, exzentrisch und chaotisch sein.
Pferdetrainerin Julia Schäfer aus der Nähe von Aying arbeitet gern mit herausfordernden Tieren. Vertrauen und Respekt seien gefragt: „Pferde können auch unsere Sprache lernen. Es sind meistens Problempferde, die man richtig behandelt und dann werden sie so offen, dass sie sagen, sie wollen mit dir mitarbeiten.“
Ob das auch für Feuerpferd-Geborene gilt, sei dahingestellt. Wer das chinesische Neujahr davon unabhängig stilecht begrüßen will, der sage „Gung Hi Fah Zei“. Das bedeutet Glückwunsch und viel Reichtum.

