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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Social-Media-Verbot: Wie funktioniert das?
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Social-Media-Verbot: Wie funktioniert das?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 17. Februar 2026 15:50
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche nimmt in Deutschland Fahrt auf. Aus der SPD kommt jetzt ein Vorschlag, wie das technisch umgesetzt werden könnte. Auch die CDU beschäftigt sich am kommenden Wochenende mit dem Thema bei ihrem Parteitag. 

Inhaltsübersicht
SPD fordert strikte MaßnahmenSocial-Media-Verbot: Kritik von ExpertenAustralien hat seit Dezember ein Social-Media-Verbot

Wie kann ein Social-Media-Verbot funktionieren? Darüber sprechen wir mit dem BR-Experten Christian Schiffer aus der Redaktion Netzwelt sowie mit Isabel Brandhorst (externer Link), der Leiterin der Forschungsgruppe Internetnutzungsstörungen an der Universitätsklinik in Tübingen. Den Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Aktuelle Umfragedaten der Krankenkasse DAK zeigen ein zunehmendes Suchtverhalten bei Kindern und Jugendlichen. Im vergangenen Herbst wies demnach gut ein Viertel eine riskante oder gar suchtkranke Nutzung sozialer Medien auf.

SPD fordert strikte Maßnahmen

Führende Sozialdemokraten veröffentlichten am Wochenende ein Papier mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung eines Verbots. Darin schlagen sie vor, Altersbeschränkungen für den Zugang zu Social-Media-Plattformen technisch mit der sogenannten Wallet, der digitalen Brieftasche auf dem Smartphone, zu verknüpfen. 

Social-Media-Verbot: Kritik von Experten

Doch es gibt auch Gegenwind. Skeptisch äußert sich das Büro der Bundesdatenschutzbeauftragten Louisa Specht-Riemenschneider. Ein Verbot würde „alle Plattformen über einen Kamm scheren“ und auch kleinere Netzwerke oder speziell für junge Nutzer konzipierte Angebote mit unverhältnismäßigen Hürden belegen, so ein Sprecher der Behörde zum „Handelsblatt“.

Auch Juso-Chef Philipp Türmer äußerte sich skeptisch. „Es wird so getan, als ließen sich junge Menschen von Plattformen fernhalten. Das wird in der Praxis selten vollständig funktionieren, Jugendliche sind klug und finden Wege“, sagte der Vorsitzende des SPD-Nachwuchses dem „Spiegel“. Er nahm zugleich die Plattformen stärker in die Pflicht. „Ich bin klar dafür, die Plattformen konsequent in die Verantwortung zu nehmen“, betonte Türmer.

Erziehungswissenschaftler der Universität Nürnberg-Erlangen hatten auf andere Aspekte hingewiesen. Ein Verbot würde gleich mehrere Grundrechte tangieren, sagte etwa Schulpädagogik-Professor Franco Rau und nannte die Meinungsfreiheit, die Informationsfreiheit und das Recht auf digitale Teilhabe. „Ich halte wenig davon, junge Menschen dann mit 16 unvorbereitet in die Social-Media-Welt zu entlassen. Damit wären neue Probleme vorprogrammiert“, fügte er hinzu.

Australien hat seit Dezember ein Social-Media-Verbot

Die Debatte über Verbote und Beschränkungen läuft auch in Deutschland immer stärker, seit Australien im Dezember als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. Umgesetzt wird es dort über Altersnachweise per Pass oder Führerschein, aber auch über eine Altersabschätzung per Gesichtserkennung. Diese wird allerdings Medienberichten zufolge durch Tricks wie viel Schminke, künstliche Wimpern, eine gerunzelte Stirn oder Geschwister, die in die Kamera schauen, umgangen.

In Deutschland stellte die DAK nach einer Befragung von Zehn- bis 17-Jährigen und deren Eltern im vergangenen Herbst bei etwa 350.000 Kindern und Jugendlichen eine pathologische (krankhafte) Nutzung sozialer Medien fest. Das waren rund 6,6 Prozent. Dazu kamen rund 21,5 Prozent, deren Nutzung als riskant eingestuft wird – nach 21,1 Prozent im September/Oktober 2024.

Mit Informationen von dpa

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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