Eigentlich ist doch alles super zwischen Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner). Sie lernen sich 2018 auf der Lesung der jungen Erfolgsautorin kennen, es knistert, nach einer ersten Liebesnacht – „In unserer allerersten E-Mail hast Du unser Kennenlernen als ziemlich passablen One-Night-Stand bezeichnet!“ – kommt es zur Fernbeziehung. Er, der Web-Designer im hessischen Maintal, Tanja in Berlin. E-Mails auf der Zugreise zueinander, Abtanzen inklusive Drogen in Berliner Techno-Clubs, alles intensiv und schön. Aber auch unverbindlich, gerade deshalb irgendwie cool. Denken beide. Mit schmerzvollen Folgen.
Wenn die ewige Reflektion die Liebe zerstört
Wir erleben zwei Endzwanziger, die sich lieben, und doch nicht zusammenfinden. Eher alles gedanklich analysieren, mit der eigenen Erwartung abgleichen, anstatt einfach zu fühlen, sich wirklich einzulassen. Immer im Kampf mit dem Drang nach Freiheit und dem gleichzeitigen Wunsch nach Nähe und echter Verbundenheit. Ihre Beziehung hält nicht lange, schnell kommen Affären auf beiden Seiten dazu, erleichtert durch die wochenlangen „Beziehungspausen“ und die Entfernung zueinander – E-Mails können eben doch nicht so viel Nähe erzeugen wie echte Präsenz.

