Auf der Suche nach Geister-Elefanten
Steve Boyes ist Biologe und seinem Erscheinungsbild nach mit Schlapphut, hochgekrempeltem Hemd und stechendem Blick eine Mischung aus Crocodile Dundee und Indiana Jones: Werner Herzog begleitet diesen Jäger des sagenumwobenen Geister-Elefanten ins traumschöne, nebelverhangene angolanische Hochland, wo er seit Jahren wie ein besessener Captain Ahab seinem Moby Dick nachstellt: kein weißer Wal, sondern ein riesiger grauer Dickhäuter. Das größte Landsäugetier der Welt, eine so seltene wie scheue Spezies. Sie will er mit Hilfe von afrikanischen Einheimischen und Bewegungsmeldern in der Savanne aufspüren.
Ich hörte Leute sagen, dass es bei der Suche nach den Elefanten eigentlich darum geht, uns selbst zu finden. – Werner Herzog
Traumpfade Afrikas
Neugierig wie eh und je begibt sich Herzog, der Mythomane des dokumentarischen Films, hier erneut auf einen jener „Traumpfade“, denen sein Freund Bruce Chatwin einst ein Buch gewidmet hat. Nur eben nicht bei den Aborigines in Australien, sondern im letzten großen subtropischen Wald Afrikas: zusammen mit drei indigenen Fährtenlesern, Meistern ihres Fachs. Deshalb „master-tracker“ genannt.

