Ski Aggu ist ein deutscher Rapper aus Berlin, seine Markenzeichen sind Skibrille und Vokuhila. Bekannt wurde er vor allem mit Songs wie „Party Sahne“ und „Friesenjung“ mit Otto Waalkes. Seine Haltung gegenüber den aktuellen Entwicklungen den USA ist klar: „Es geht nicht um politische Seiten. Es geht darum, grundlegende demokratische Werte zu schützen.“ Mit der Absage seines Konzerts in New York will er diese Haltung deutlich machen: „Die Geschichte zeigt, dass Schweigen und Wegschauen nicht neutral sind.“ Und weiter: „Ich möchte niemand sein, der nichts gesagt und nichts getan hat.“
„Starke Haltung“ kommentieren User seine Entscheidung. Andere wiesen darauf hin, dass die Absage seines Konzerts ausgerechnet in New York die falsche Stadt trifft.
Bad Bunny: Sorge um Sicherheit seiner Fans
Ski Aggu ist nicht der erste Musiker, der die USA aus politischen Gründen derzeit meidet. Superstar Bad Bunny startete im Dezember seine Welttournee mit Stationen in Brasilien, Australien, Japan und vielen europäischen Städten, Konzerte in den USA wird es aber nicht geben.
Im Magazin ID begründete der puerto-ricanische Künstler laut Berliner Morgenpost (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) diese Entscheidung mit der Sorge um die Sicherheit seiner überwiegend lateinamerikanischen Fans in Zusammenhang mit der strengen US-Migrationspolitik und dem Vorgehen von ICE. Beim Super-Bowl 2026 am 9. Februar trat er allerdings auf.
Ski Aggu und Bad Bunny: Nur zwei von vielen?
Auch Queen-Gitarrist Brian May schließt Konzerte in den USA für seine Band vorerst aus. „Amerika ist derzeit ein gefährlicher Ort“, sagt der 78-Jährige in einem Interview mit der britischen Zeitung „Daily Mail“ (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). Weiter erläuterte er, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei, schließlich verdanke Queen einen großen Teil seines Erfolgs den USA.
Amerikanische Musiker wie Billie Eilish fanden deutliche Worte gegen Trump, Bruce Springsteen und Neil Young (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) veröffentlichenden Protestsongs.
Auch im Klassik-Bereich gibt es Konzertabsagen aus politischen Gründen. Der ungarische Star-Pianist András Schiff hatte bereits im März 2025 (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt), also kurz nach der Rede von J.D. Vance bei der Sicherheitskonferenz in München und der Demütigung von Wolodymyr Selenskyj durch Donald Trump im Oval Office, alle seine Engagements in den USA abgesagt: „Aufgrund der jüngsten beispiellosen politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten fühle ich mich moralisch verpflichtet, mich für die Saison 2025-2025 aus allen Verpflichtungen in den USA zurückzuziehen.“ (externer Link)
„Kunst und Gesellschaft sind untrennbar miteinander verbunden“
Die abgesagten Konzerte hätten im Oktober 2025 und März 2026 stattfinden sollen. Zur Erklärung fügte Schiff an: „Wir leben nicht in einem Elfenbeinturm, wo die Künste von der Gesellschaft unberührt bleiben. Kunst und Politik, Kunst und Gesellschaft sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb müssen wir als Künstler auf die Schrecken und Ungerechtigkeiten dieser Welt reagieren.“
Im weiteren Verlauf seines Textes zog der 72-Jährige Parallelen zum Faschismus: „Haben wir nichts aus der Geschichte gelernt – etwa aus den Ereignissen in Europa in den 1930er Jahren? Vielleicht nicht.“
Abgesagte Veranstaltungen nach Umbenennung von Kulturzentrum
Einen wahren Sturm der Entrüstung und Absageregen hatte die Übernahme und Umbenennung des Kennedy Centers in Washington ausgelöst. Das 1971 gegründete Kennedy Center ist das größte Kulturzentrum in der US-Hauptstadt mit mehr als 2.000 Aufführungen im Jahr, es hat hinaus eine prägende Rolle für den Kulturbetrieb im Land. Die Übernahme dieser Einrichtung durch Donald Trump, der sich als Vorsitzender des Kuratoriums wählen ließ, die Entlassung einiger Mitarbeiter und die Besetzung führender Positionen durch enge Vertraute hat für Aufregung gesorgt – sowohl in den USA als auch weltweit.
Komponist Philipp Glass sagte die Premiere einer ganzen Auftrags-Symphonie im nun nach Trump benannten Kulturzentrum ab. Auch die Sopranistin Renée Fleming, das Jazzquintett The Cookers oder die Martha Graham Dance Company verzichteten auf ihre Auftritte.

