„Game Of Thrones“ ist bis heute eine der erfolgreichsten und meistgesehenen Serien des Streaming-Zeitalters. Das Epos auf der Grundlage der Romane von George R. R. Martin hat überhaupt erst mit dafür gesorgt, dass Serien in den 2010er-Jahren wieder zu einer ernstzunehmenden Erzählform und extrem populär wurden.
Veröffentlichung pünktlich zum Start von „HBO Max“
Und was passiert, wenn Stoffe extrem populär sind? Klar, sie werden weitergesponnen und ausgebaut. „House Of The Dragon“ war das erste Game-Of-Thrones-Spin-Off, jetzt kommt das nächste, pünktlich zum Start des neuen Streamingdienstes „HBO Max“ in Deutschland.
Der Kampf um den Eisernen Thron spielt in „A Knight Of The Seven Kingdoms“ keine Rolle. Ja, man darf sogar davon ausgehen, dass der Protagonist des neuen Spin-Offs – Ser Dunken „The Tall“ – noch nie vom Eisernen Thron gehört hat, jenem so umkämpften Königsthron, um den sich noch in „Game of Thrones“ alles drehte.
Ser Dunken „The Tall“, oder kurz: Dunk, ist ein einfacher Knappe. Gleich zu Beginn werden wir Zeuge davon, wie er sein Geschäft neben einem Baum verrichtet. Der Ton ist damit gesetzt.
Bäuerlicher Alltag statt höfische Intrigen
Nach dem Tod seines Herren zieht Dunk aus, um Ritter zu werden – mit staubigem Mantel und stumpfem Schwert. Auf dem Weg zum nächstgelegenen Turnier trifft er auf Egg (Finn Bennett), einen kleinen, smarten, glatzköpfigen Jungen, der sich ihm anschließt. Das ungleiche Paar erinnert ein wenig an Don Quijote und dessen Gehilfen Sancho Pansa. Gemeinsam tut man alles dafür, dass der einfältige, aber gutmütige und vor allem starke Dunk bald seinen Ritter-Schlag erhält.
„A Knight Of The Seven Kingdoms“ zeigt eine andere Seite des Game-Of-Thrones-Universums, präsentiert sich geerdeter als die Vorgänger. Der Kontinent Westeros ist hier nicht nur das Schlachtfeld der großen Königshäuser, sondern vor allem das Land der Bauern und Vagabunden. Sie lernen wir mit Dunk und Egg kennen, wenn wir mit ihnen über staubige Straßen reiten, unter Bäumen in der Sonne liegen oder durch Dörfer und Kneipen ziehen.
Auch Freundschaft und kurzweilige Gespräche haben hier ihren Platz. Der Pathos der Mutter-Serie fehlt hier ganz. Die Helden haben ausgedient. Statt um Intrigen und Machtkämpfe geht es in der Serie um das normale Leben, was auch heißt: den Alltag im Dreck – und die Zumutungen des Ritterseins.

