Am Ende haben die beiden Favoriten abgeräumt: Der Politthriller „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson hat gleich sechs Oscars gewonnen, darunter den Oscar als bester Film. Der politisch hoch aktuelle Film mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle handelt von einem Mann, der früher mit einer Widerstandsgruppe gegen die US-Einwanderungspolizei gekämpft hat und nun seine Tochter vor einem Extremisten retten will.
Regisseur Anderson wurde damit nach etlichen Nominierungen erstmals selbst ausgezeichnet – sowohl als bester Regisseur als auch für das beste adaptierte Drehbuch. „Man muss schon hart arbeiten, um einen von diesen zu bekommen“, sagte Anderson in seiner Dankesrede. Insgesamt war der Film 13 Mal nominiert.
Wer die Schauspielpreise gewonnen hat
Noch mehr Nominierungen hatte das Vampirdrama „Blood & Sinners“ – der Film von Regisseur Ryan Coogler ist ein Mix aus Musical, Historien-Drama, Rassismus-Aufarbeitung und Vampir-Horrorfilm. Er handelt von Zwillingsbrüdern – beide gespielt von Michael B. Jordan –, die vor dem Hintergrund der Rassentrennung in den USA in den 1930er-Jahren gegen übernatürliche Mächte und Rassisten kämpfen.
Er war 16-mal nominiert, so viel wie kein anderer Film in der Geschichte. Der Film gewann schließlich vier Auszeichnungen, etwa für das beste Originaldrehbuch, die beste Filmmusik und den besten Hauptdarsteller – Michael B. Jordan. Der setzte sich unter anderem gegen Hollywoodstar Timothée Chalamet durch, der für seine Rolle als Tischtennisspieler in „Marty Supreme“ nominiert war.
Die Auszeichnung für die beste Hauptdarstellerin ging an die irische Schauspielerin Jessie Buckley – sie spielt im Drama „Hamnet“ die Frau des Dichters William Shakespeare, die um ihren Sohn trauert. Als sie den Oscar in Empfang nahm, sagte sie: „Wir stammen alle aus einer Linie von Frauen, die trotz aller Widrigkeiten weiter schöpferisch tätig sind. Danke, dass ihr mich in dieser Rolle anerkannt habt.“
„Sentimental Value“ als bester internationaler Film ausgezeichnet
Sean Penn gewann den Oscar als bester Nebendarsteller für „One Battle After Another“, er war selbst aber nicht anwesend. Der 65-Jährige gewann damit nach „Mystic River“ und „Milk“ seinen dritten Oscar. „Er konnte heute Abend nicht hier sein – oder er wollte nicht“, sagte Kieran Culkin, nachdem er Penn als Gewinner verkündet hatte. Als beste Nebendarstellerin wurde die US-Amerikanerin Amy Madigan für den Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ ausgezeichnet.
Das norwegische Drama „Sentimental Value“ von Regisseur Joachim Trier wurde als bester internationaler Film prämiert. Der Film, der auch aus Deutschland mitproduziert wurde, erzählt vom komplizierten Verhältnis eines Vaters zu seinen Töchtern.
Moderator Conan O’Brien führte durch die mehr als dreistündige Show. Zum Auftakt scherzte er über Künstliche Intelligenz – er werde der letzte menschliche Gastgeber der Academy Awards sein – und spielte ironisch auf die politische Lage und mit einem Seitenhieb auch auf US-Präsident Donald Trump an. Auch den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein griff er auf.
Erstmals geht Oscar an Kamerafrau
Erstmals ging der Oscar für die beste Kameraführung an eine Frau: Die US-Amerikanerin Autumn Durald Arkapaw wurde für „Blood & Sinners“ ausgezeichnet. Die US-Filmakademie sprach von einem historischen Erfolg. Zum ersten Mal wurde auch ein Oscar für das beste Casting vergeben, der an Cassandra Kulukundis für „One Battle After Another“ ging.
Ungewöhnlich war, dass es in einer Kategorie einen Gleichstand gab, was nach Angaben der Akademie erst siebenmal passierte: Der Oscar für den besten Kurzfilm ging daher an „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“.
Bester Dokumentarfilm wurde „Ein Nobody gegen Putin“ von David Borenstein und Pavel Talankin, eine deutsche Co-Produktion. Die Oscars für den besten Animationsfilm und den besten Filmsong gingen an „KPop Demon Hunters“ über eine Girlgroup. Das Drama „Frankenstein“ von Regisseur Guillermo del Toro gewann drei Oscars für Kostümdesign, Maske und Szenenbild.
Mit Informationen von dpa

