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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > KI-Boom: Gibt es bald keine SSDs und SD-Karten mehr?
Netzwelt

KI-Boom: Gibt es bald keine SSDs und SD-Karten mehr?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 11. März 2026 14:47
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Ob gigabyteweise Urlaubsfotos sichern, den Speicherplatz des Laptops aufrüsten oder eine schnelle Speicherkarte für die Kamera kaufen: Wer derzeit SSDs, SDs und Co. kaufen möchte, muss beim Blick auf den Preis starke Nerven haben. Eine SanDisk Extreme PRO SD-Karte mit 256 Gigabyte kostete laut dem Vergleichsportal idealo.de vor einem Jahr noch rund 23 Euro. Heute sind es 53 Euro. Eine Crucial SSD mit einem Terabyte war für 55 Euro zu haben, heute für 120 Euro. Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Laut einer Analyse des Fachportals ComputerBase (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) haben sich Festplatten seit September 2025 um rund 50 Prozent verteuert, SSDs sogar um fast 87 Prozent. Auch ein größerer Arbeitsspeicher ist inzwischen Luxus.

Inhaltsübersicht
Warum sind SSD-Speicher so teuer geworden?Warum haben auch die Preise für SD-Karten so stark angezogen?Jetzt teuren Speicher kaufen und horten – oder auf Preissenkungen hoffen?

Warum sind SSD-Speicher so teuer geworden?

In den Netzwerken mischen sich Preisfrust und KI-Empörung. Der KI-Boom sei schuld, dass die Hersteller keine Produktionskapazitäten mehr übrig hätten, weil die Tech-Giganten massiv ihre Speicher ausbauen würden, um die KIs mit Trainingsdaten versorgen zu können – und ja, das stimmt.

Ein Teil der Festplattenproduktion ist für Jahre im Voraus vergeben. Mit Western Digital und Seagate haben zwei der nur drei Hersteller von klassischen HDD-Festplatten weltweit ihre Kapazitäten für 2026 an Tech-Giganten wie Amazon, Google und Microsoft verkauft. Diese brauchen die Server-HDDs als vergleichsweise günstige Massenspeicher, etwa für Datenarchive zum Training ihrer KIs.

Für Privatnutzer sind zwar die schnellen SSDs als externe Festplatten oder zur Speichererweiterung relevant sowie die kleinen SD- und MicroSD-Speicherkarten für Kameras und Smartphones. Aber auch die werden teurer. Denn die KI-Rechenzentren brauchen nicht nur die vergleichsweise günstigen Server-HDDs, sondern auch massenweise schnelle Server-SSDs, weil KI-Systeme ständig auf riesige Datenmengen zugreifen müssen.

Genau da kommen sich Tech-Konzerne und Privatnutzer ins Gehege.

Warum haben auch die Preise für SD-Karten so stark angezogen?

Server-SSDs, private SSDs und SD-Speicherkarten basieren auf derselben Grundtechnologie: sogenannten NAND-Flash-Chips. Die Varianten für Rechenzentren und für Verbraucher unterscheiden sich zwar in Leistung und Qualität – aber sie werden in denselben Fabriken gefertigt. Und von denen gibt es weltweit nur eine Handvoll, darunter Samsung, SK Hynix, Kioxia, Micron und SanDisk. Zusammen kontrollieren sie laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) mehr als 80 Prozent des Weltmarkts.

Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren nach leistungsstarken SSDs aber ist so stark gestiegen, dass für Verbraucherprodukte wie SD-Karten und Laptop-SSDs weniger Kapazität übrig bleibt. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass die Hersteller nach einer Phase der Überproduktion 2023 ihre Fertigung ohnehin zurückgefahren hatten. Der KI-Boom traf also auf bereits reduzierte Kapazitäten.

Jetzt teuren Speicher kaufen und horten – oder auf Preissenkungen hoffen?

Dass Speicher für den Privatverkauf demnächst gar nicht mehr geliefert werden können, ist wohl nicht zu befürchten. Gleichzeitig dürfte es aber noch einige Zeit dauern, bis sich die Preise wieder normalisiert haben. Immerhin scheinen sie sich derzeit zu stabilisieren, wenn auch auf hohem Niveau. Branchenbeobachter erwarten eine Entspannung frühestens Ende 2026, manche erst 2027.

Wer also akut Speicher braucht, muss ihn teuer bezahlen – oder auf Cloud-Speicher setzen. Wer flexibel ist, kann auf bessere Preise in ein bis zwei Jahren hoffen.

Als Alternative bleibt nur der Gebrauchtmarkt – aber auch da haben die Preise angezogen. Wer also weder jetzt noch in absehbarer Zeit externe Festplatten oder Speicherkarten braucht, könnte seine Schreibtischschubladen und Regale nach ungenutzter Hardware durchsuchen, um die Urlaubskasse damit aufzustocken.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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