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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Von Hamnet bis The Bride: Jessie Buckley greift nach dem Oscar
Kultur

Von Hamnet bis The Bride: Jessie Buckley greift nach dem Oscar

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. März 2026 11:50
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Sie sind unangepasst und ebenso willensstark wie verletzlich: Die Frauen, die Jessie Buckley verkörpert, sind unkonventionelle Kämpfernaturen. Sie stellen sich gegen Regeln und Autoritäten, wie in der HBO-Serie „Chernobyl“ oder dem Musikdrama „Wild Rose“, und haben keine Angst vor dem Patriarchat, sei es die biblische Männerplage in Alex Garlands Body-Horror „Men“ oder der mordende Mafiaboss in ihrem in der vergangenen Woche im Kino gestarteten Film „The Bride!“.

Inhaltsübersicht
Favoritin für den Oscar als Beste SchauspielerinAuch als Sängerin erfolgreichVom Bodyshaming zur Royal Academy: Buckleys eigener WegDas Jessie-Buckley-Lächeln gegen Kritiker

Favoritin für den Oscar als Beste Schauspielerin

Für ihre Darstellung von Shakespeares Ehefrau in dem Drama „Hamnet“ gewinnt Jessie Buckley aktuell einen Preis nach dem anderen, in der Oscar-Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ gilt sie als haushohe Favoritin.

Verwunderlich daran ist, dass die 36-jährige Irin erst jetzt einem größeren internationalen Publikum auffällt. Denn nicht nur als Schauspielerin, auch als Sängerin besticht sie schon lange mit einer maximalen emotionalen Bandbreite.

Auch als Sängerin erfolgreich

2022, als sie für ihre Nebenrolle in der Romanadaption „Frau im Dunkeln“ erstmals für einen Oscar nominiert war, sorgte sie am Londoner West End Theatre in einer Neuauflage des Musicals „Cabaret“ für Begeisterung. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie mit Ex-Suede-Gitarrist Bernard Butler ein Album, das auf der Shortlist für den renommierten Mercury Prize landete. Verzaubert hat sie das britische Publikum aber bereits im Teenageralter.

Mit 17 Jahren nahm sie an einem in der BBC ausgestrahlten TV-Casting für eine Neuauflage des Musicals „Oliver!“ teil – ohne zuvor eine professionelle Ausbildung gehabt zu haben. Die Jury unter der Leitung von Andrew Llyod Webber lobte ihr Gesangstalent, unterstellte ihr aber mangelnde Weiblichkeit und kritisierte ihre Körperbeherrschung und die fehlende Tanzausbildung. Was die 17-Jährige mit hingebungsvollem Enthusiasmus parierte: „I’m raw. I’m rough and ready!“

Vom Bodyshaming zur Royal Academy: Buckleys eigener Weg

Im finalen Voting landete sie auf dem zweiten Platz. Erst kürzlich sagte Buckley in einem Interview mit der britischen Vogue, wie sehr ihr die frühe Objektifizierung und das Bodyshaming zugesetzt hätten. Unterkriegen ließ sie sich davon aber nicht. Das Angebot, als Zweitbesetzung an Bord zu bleiben, lehnte sie ab, sang stattdessen auf kleineren Bühnen und finanzierte damit ihre Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art.

Denn ihr Wunsch, mit Kunst die Menschen zu berühren, war ungebrochen: „Aus eben diesem Grund geht man schließlich ins Theater und Kino“, sagt die Tochter einer Opernsängerin und Sprachtherapeutin. „Als Kind konnte ich noch nicht verstehen, warum fremde Menschen Tränen in den Augen hatten, wenn meine Mutter in der Kirche sang. Aber ich wusste instinktiv, dass sie etwas Geheimnisvolles geteilt hatten.“

Das Jessie-Buckley-Lächeln gegen Kritiker

Dass Jessie Buckley selbst schweigend Menschen zu Tränen rühren kann, weiß jeder, der die Schlussszene in „Hamnet“ gesehen hat. All jenen, die das Drama als Trauerporno abtun, begegnet sie mit diesem typischen Jessie-Buckley-Lächeln, einem leicht spöttisch nach oben gezogenen rechten Mundwinkel, das manche als schiefes Grinsen bezeichnen.

Doch es hat nichts mit mangelnder Körperbeherrschung zu tun. Sondern verankert sie dort, wo sie schon lange angekommen ist: über den Dingen stehend.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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