Die Polizei warnt vor angeblichen Wunderheilerinnen, deren Ziel es ist, von Opfern hohe Geldbeträge zu erbeuten. Bei den Tätern und Opfern handle es sich vor allem um Frauen. Wie das Münchner Polizeipräsidium am Donnerstag (15. Januar) mitteilte, sprechen die Täterinnen mögliche Opfer vor Kirchen, Yogastudios oder Krankenhäusern an.
Erst werden Chakren gelöst, dann geht es um Geld
Die Masche: Die angeblichen Heilerinnen loben zunächst eine positive Aura, lenken aber dann das Gespräch auf mögliche Probleme und blockierte „Chakren“. In einem dann aufgebauten Vertrauensverhältnis werden zunächst einfache Maßnahmen für wenig Geld angeboten, um diese Probleme zu lösen. Dazu gehören beispielsweise eine Anwendung mit Weihwasser, Kräutern oder ein Bad mit Rosenblättern.
Bei weiteren Treffen geht es um viel mehr Geld. So behaupten die Betrügerinnen, dass etwa ein Schatten auf dem Vermögen der Opfer laste. Am Ende werden diese dazu gebracht, den Betrügerinnen erhebliche Summen in bar zu übergeben, um den vermeintlichen Fluch zu beenden. Dabei werden keine konkreten Geldbeträge gefordert, vielmehr werden die Opfer gefragt, was ihnen eine Heilung wert ist.
Fahndung nach angeblicher Schamanin läuft europaweit
In München hatte die angebliche Schamanin „Amela“ ein Opfer vor mehreren Jahren um 200.000 Euro gebracht. Nach Mariana M., wie sie tatsächlich heißt, wird europaweit gefahndet. Die heute 45-Jährige soll außerdem eine Frau aus Österreich um 730.000 Euro betrogen haben. Den Angaben der österreichischen Polizei zufolge hatte sie ihrem Opfer erklärt, eine ihrer Angehörigen sei durch einen Fluch vom Tode bedroht. Nach der Zahlung des Geldes ließ die Täterin über eine Komplizin den Kontakt abbrechen, angeblich, weil sie selbst durch das „Reinigungsritual“ in ein Koma gefallen sei.
An dem von der Polizei ermittelten Wohnort der mutmaßlichen Betrügerin sowie nach weiteren Festnahmen wurden Bargeld, Gold, Schmuck und Luxusuhren im Wert von rund zehn Millionen Euro sichergestellt.
Frau betrügt Regensburger um 310.000 Euro
In Regensburg wurde im Dezember eine 27-jährige Frau zu einer Haftstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sie hatte von ihrem Opfer – in diesem Fall einem Mann – rund 310.000 Euro erhalten.
Die Opfer seien laut Polizei meist in schwierigen Lebensphasen, etwa durch Trennungen, Krankheit oder Streit oder hätten ein generelles Interesse an Spiritualität oder Esoterik. Die Betrügerinnen seien im deutschsprachigen Raum aktiv und wechselten laut Polizei häufig ihren Aufenthaltsort. Die Polizei ermittelt derzeit in mehreren Strafverfahren.
Mit Informationen von KNA

