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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Rummelplatz“: Oper geht auch mit Presslufthammer
Kultur

„Rummelplatz“: Oper geht auch mit Presslufthammer

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 21. September 2025 09:48
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Malocht wird in Opern bekanntlich selten, wann geht es schon mal um Bergarbeiter, Schlosser, Elektriker oder Baustellen? Insofern machte es neugierig, dass der Berliner Komponist Ludger Vollmer die Schufterei in der Uranmine Wismut im Erzgebirge vertonte. Grundlage dafür war der Roman „Rummelplatz“ von Werner Bräunig, wo es um die wilden Anfangsjahre der DDR geht.

Inhaltsübersicht
„Auch Teil meiner Biografie“„Stoff war hart, wirklich hart“„So viel Emotionalität wie möglich“Energie der Aufbaugeneration

Das Uran aus dem Erzgebirge wurde von der Sowjetunion dringend für Atombomben gebraucht, es musste unter der Regie des Geheimdiensts um jeden Preis aus den Stollen geholt werden. Entsprechend rau waren die Sitten unter und über Tage. Dabei beschrieb Werner Bräunig die Realität so schonungslos, dass ihn die DDR-Behörden drangsalierten, woran er letztlich zerbrach.

„Auch Teil meiner Biografie“

Ein bitteres Kapitel über enttäuschte Utopien und ein Regime von Heuchlern. Ludger Vollmer gegenüber dem BR: „Der Stoff ist ja ein Teil auch meiner Biografie, auch ich hatte so eine gebrochene Biografie in der DDR, und ich muss sagen, jede Oper, wenn sie eine gute Oper ist, hat einen Glutkern, der über die Handlung hinausweist. Und hier sehen wir, dass eine junge Generation von Menschen in Zwängen lebt und dass sie in irgendeiner Form versucht, daraus zu entkommen, Visionen zu entwickeln, zu träumen und so weiter.“

Packend, wie Textdichterin Jenny Erpenbeck den 600-seitigen Roman auf ein gut zweistündiges Libretto verdichtete, und beklemmend, die Handlung mit dem 17. Juni 1953 enden zu lassen, dem Arbeiteraufstand gegen die vermeintliche Arbeiterregierung, mit einem Epilog über gescheiterte Hoffnungen nach dem Untergang der DDR. Folgerichtig, dass Bühnenbildner Volker Thiele eine Art Verlies entworfen hatte, einen Schacht, in den nur wenig Licht drang.

„Stoff war hart, wirklich hart“

„Ich kann nicht sagen, dass es mir gut getan hätte, diese Oper zu schreiben“, so Ludger Vollmer: „Im Gegenteil, die war sehr schwer. Sonst fliege ich durch meine Opern immer, wie so eine Möwe, durch die Partitur. Hier war es so, dass ich wirklich mit dem Presslufthammer ins Bergwerk steigen musste, weil der Stoff so hart war. So hart war der, wirklich hart.“

Komponist Ludger Vollmer fühlt sich der Musik der Antike und des Hochmittelalters verbunden, was „Rummelplatz“ kaum anzuhören ist. Es dominiert der Rhythmus, auch der Rhythmus der Maschinen, der Lokomotiven, der Tanzböden, wo ungezügelt gefeiert wird.

„So viel Emotionalität wie möglich“

„Vor einiger Zeit ist ja auf der Schwäbischen Alb eine Flöte gefunden worden, 40.000 Jahre alt“, so Vollmer: „Das heißt, die Grundsprachen der Musik, der Rhythmus und die Melodie, sind älter als jede andere verbale Sprache und in unsere Gene sozusagen eingeschmolzen. Deshalb bediene ich mich genau dieser beiden Grundsprachen, weil ich will, dass so viel wie möglich Emotionalität auf die Bühne kommt.“

Eine ganz erstaunliche Uraufführung, dank des ungewöhnlichen Themas und der ungemein poetischen Regie von Frank Hilbrich. Er zeigt den Untergang der DDR in Zeitlupe. Bestürzend, wie der ausgelassene Überschlag in der Schiffsschaukel auf dem titelgebenden Rummelplatz zum Sinnbild der Freiheit wird, die in der DDR nicht erwünscht war. Traurig, wie eine fröhliche Arbeiterfeier vor Gericht endet, wo die grauen Ideologen das Sagen haben und jedwede Zukunftshoffnung per Urteil grimmig bestatten.

Energie der Aufbaugeneration

Die DDR wollte die Wahrheit für sich beanspruchen, so das düstere Fazit, dabei kommt man ihr doch allenfalls nahe. Dirigent Benjamin Reiners ließ den „Glutkern“, den Komponist Ludger Vollmer beschwört, immer wieder so hell auflodern, dass es eine Freude war, diesem Fanal zuzuhören. Das Ungestüme der frühen DDR, die Energie der jungen Aufbaugeneration, war jederzeit zu spüren.

Ein faszinierendes Kapitel Zeitgeschichte, auch dank der Solisten, darunter Thomas Essl als unerschrockener Bergarbeiter Peter Loose und Jaco Venter als tapferer Antifaschist Hermann Fischer. Beobachtet werden sie alle von Christian Kleinschmidt, einem angehenden Studenten, worin sich Autor Werner Bräunig wohl selbst porträtierte. Countertenor Etienne Walch sang ihn voll melancholischer Verzweiflung. Eine Uraufführung, der weitere Inszenierungen unbedingt zu wünschen sind.

Wieder am 3., 11. und 19. Oktober 2025 an der Oper Chemnitz, weitere Termine.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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