Vom ersten Ton an ist da dieser Sog. in Flow. Wie bei einem Bergbach, der unaufhaltsam talwärts treibt und dabei immer wieder Strudel bildet. Geloopte Tonfolgen, die einen beim Zuhören hinziehen in die Musik, die so betörend schön ist, dass man komplett in ihr versinken möchte und nichts dagegen hätte, würde man nie wieder daraus auftauchen.
Klavier und Akkordeon
„Man groovt sich da so ein“, sagt Maxi Pongratz selbst, der sich komplett dem Klang hinzugeben scheint und dabei zugleich ganz bei sich selbst ankommt. Egal ob er mit dem Akkordeon spielt – sein Hauptinstrument – oder, was er gelegentlich auch tut, am Klavier sitzt.Dort komme er auf „andere Melodien“, sagt er. „Minimaliger“ sei das Klavier. „Es erinnert mich an Stummfilme. Akkordeon ist eher ein Blasebalg, ein Schnaufen.“
Wenn Maxi Pongratz musiziert, dann tut er das mit großer Ruhe. Und auch wenn er singt, dann scheinen Text und Töne, Atmen und Gedanken harmonisch dahinzuströmen. Beim Sprechen dagegen gerät er gern Mal ins Stocken, was er in einem eigenen „Stotterlied“ thematisiert. Als Kind habe er aus Angst zu stottern manchmal sogar den Telefonhörer nicht abgenommen, erzählt er im Interview. Pongratz sei für Stotterer schließlich auch ein maximal undankbarer Name.
Ein musikalischer Impressionist
Das Verblüffende dabei ist nicht nur, dass Singen anders als Sprechen bei Maxi Pongratz flüssig funktioniert. Sondern auch, dass er, der sich die Worte beim Reden oft abringen muss, als Textdichter in spielerischer Leichtigkeit mit ihnen umzugehen versteht.
Musik – das ist die eigentliche Sprache von Maxi Pongratz und zugleich so etwas wie Pinsel und Palette für ihn. Denn der Mann, der den Balg seines Akkordeons bunt angestrichen hat (weshalb immer ein Regenbogen aufzugehen scheint, wenn er die Ziehharmonika auseinanderzieht), ist auch ein fabelhafter Klangmaler.
Melancholie und Witz
Vor allem bei den geradezu filmmusikalischen Instrumentals entstehen vor dem inneren Auge der Zuhörenden Lichtstimmungen und Landschaften. Die Stücke tragen dann auch so schöne Titel wie „Dienstag bewölkt“, „Pulliwetter“ oder „Regenwalzer“.
Schwermütig und zugleich schwerelos ist die Musik auf dem neuen Album von Maxi Pongratz. Melancholisch, aber durchzogen von Wärme und oft auch feinem Witz, ob mit oder ohne Worte.

