Immer wieder auf Oscar-Kurs
„I give 170% in everything I’m doing. I’m giving it my all“ sagte Chalamet im Interview mit der CBS-Sendung „60 Minutes“. In der Talkshow „Jimmy Kimmel“ konstatierte er vor ein paar Jahren, er wüsste nicht, was er außer Schauspielern sonst machen solle.
Für seine Rolle des Bob Dylan in „Like A Complete Unknown“ lernte er das Mundharmonika-Spiel, übte wie Dylan zu singen. Es existieren Fotos vom „Dune 2„-Dreh mit Chalamet im futuristischen Kostüm, wie er Gitarre spielt und Dylan Songs probt – fünf Jahre hat er sich insgesamt auf diese Rolle vorbereitet. Und er wurde als bester Darsteller für den Oscar nominiert.
Nun, 2026 ist er es wieder. Für seine Leistung in „Marty Supreme“. Es ist seine dritte Nominierung für den Darsteller-Oscar. Regisseur Josh Safdie erzählt in „Marty Supreme“ die Geschichte des Tischtennis-Asses mit großen Ambitionen, lose angelehnt an die Lebensgeschichte des Amerikaners Marty Reisman.
Wir bewundern Martys Chuzpe, erkennen vielleicht tief in uns den Wunsch, auch so ein Draufgänger zu sein. Einer, der aber auch immer wieder scheitert. Das ist die Leistung, das Können von Timothée Chalamet. Unsere Ambivalenz spiegeln, uns in unserer Verwundbarkeit darstellen, unsere Menschlichkeit zeigen. Und dabei trotzdem romantische Sehnsüchte auslösen – gerade bei den jüngeren Zuschauern und vor allem Zuschauerinnen.
Ein Star fürs Herz
Er ist ein Star für’s Herz, fürs Poster an der Kinderzimmerwand, für das anspruchsvolle Arthouse-Kino und das bessere Blockbusterkino gleichermaßen. Und Chalamet ist erst 30. Es bleibt zu hoffen, dass er weiterhin ein so gutes Händchen bei seiner Projektauswahl hat. Und wir genießen weiter sein verschmitztes Lächeln. Es ist das eines Burschen, dem man auch den gemeinsten Streich verzeiht, weil man ahnt, dass Chalamet uns alle doch total gern hat.

