Im Jahr 2024 hatte Richard Lugner, als letzten Gast, die US-Schauspielerin Priscilla Presley zum Opernball mitgebracht. Nach seinem Tod wurde die Star-Tradition im Jahr 2025 dann ausgesetzt. Bekannteste Besucherin war da das Model Leni Klum, die Tochter von Heidi Klum. Sie war zu Gast in einer Loge der Kristall-Firma Swarovski. Beim Opernball 2026 an diesem Donnerstag ist aber wieder ein Hollywoodstar am Start, dank dem oberösterreichischen Süßwarenfabrikanten Karl Guschlbauer.
Fast wie bei Lugner – und doch ganz anders
Guschlbauer präsentierte Sharon Stone am Dienstag an seinem Firmensitz in St. Willibald in Oberösterreich. Die Pressekonferenz ähnelte ein bisschen denen des verstorbenen Bauunternehmers Richard Lugner und doch war sie erfrischend anders. Denn im Gegensatz zu Lugner drängte sich der neue Superstar-Einlader nicht in den Vordergrund.
Während der Pressekonferenz schnappte er sich kein einziges Mal das Mikrofon, um einen Spruch zum Besten zu geben. Er saß die ganze Zeit andächtig schweigend und lächelnd neben dem Hollywood-Star. Sharon Stone sorgte mit herrlich ehrlichen und unabgesprochenen Statements für Heiterkeit. Ob sie denn schon die Schaumrollen von ihrem Gastgeber probiert habe, wird Sharon Stone gefragt. Schaumrollen sind mit Creme gefüllte Blätterteigröllchen, eine typisch österreichische Spezialität.
„Nein, ich esse so etwas nicht“, sagte Sharon Stone ganz trocken. Sie vertrage kein Gluten. Aber ein Familienunternehmen wie das des Süßwarenherstellers Guschlbauer in St. Willibald, das fände sie schon toll. „Ich liebe Familienunternehmen, denn da bringen sich Menschen persönlich ein“, sagte die Schauspielerin.
Waffelbecher, Kokosbusserl – und nicht so schillernd
Wer ist Guschlbauer, der neue Mann, der die Stars zum Wiener Opernball holt? Er ist keine so schillernde Person wie sein Vorgänger Richard Lugner. Der verstorbene Bauunternehmer war auch im hohen Alter noch bekannt für seine viel jüngeren Freundinnen. Er unterstützte die in Teilen rechtsextreme FPÖ.
Über Karl Guschlbauer gibt es solche Schlagzeilen nicht. Er stammt aus einer Bäckerdynastie und ist seit über 40 Jahren mit seiner Frau Waltraud verheiratet, mit der er sein Familienunternehmen mit 100 Beschäftigten aufgebaut hat. Viele Österreicherinnen und Österreicher kennen Guschlbauers Produkte von Volksfesten wie dem Urfahranermarkt in Linz, wo er neben seinen Schaumrollen auch Waffelbecher mit Zucker-Eiweißschaum verkauft, zudem Punschwürfel und Kokosbusserl.
Marketing mit „einer süßen Verführung“
Karl Guschlbauer hatte sich schon bei früheren Wiener Opernbällen als zahlungskräftiger Gast in Logen eingekauft und dort Gäste empfangen. Nach dem Tod von Lugner hat er die Lücke mit den Hollywoodstars entdeckt – für ihn vermutlich ein Top-Marketing. Warum er Sharon Stone eingeladen hat, die mit dem Erotik-Thriller „Basic Instinct“ ihren großen Durchbruch hatte, das hat Guschlbauer den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) erzählt. Sharon Stone sei eine nette und eine hübsche Dame und passe zu seinen Produkten, sagt Guschlbauer.

