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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Wolf Biermann re:imagined“: Festplatte in der Seele
Kultur

„Wolf Biermann re:imagined“: Festplatte in der Seele

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. November 2024 08:54
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Er steht auf der Weidendammer Brücke in Berlin, über der Spree, mit seinen grauen Flügeln aus Eisenguss, unbeweglich: der preußische Ikarus, besungen von Wolf Biermann, in einem seiner bekanntesten Lieder. Katharina Franck, Gründerin der „Rainbirds“, hat die „Ballade vom Preußischen Ikarus“ gecovert, zusammen mit Paul Eisenach. Einer von 22 Biermann-Songs in neuem Gewand. Johann Scheerer, Chef des Hamburger Labels „Clouds Hill“ und Wolf Biermanns Frau Pamela hatten die Idee zu dieser Neuerkundung alter Lieder.

Inhaltsübersicht
An der Stasi vorbei in den Westen geschmuggeltÜbertragung ins Hier und HeuteWege in die Vergangenheit

Der Liedermacher selbst, demnächst 88, hört interessiert zu: „Ich kann zum Beispiel ein Spottlied über Walter Ulbricht schreiben. Und die Berliner sagen: Det ha jesessen. Aber es ist ein schlechtes Lied. Es taugt nichts. Es ist ein leider minderwertiges Spott- und Hass- und Gift- und Gallelied. Aber es hat keine menschliche Substanz, die länger hält als die geschichtliche Situation, in der es entstanden ist. Wenn es aber diese Substanz hat, ist es noch brauchbar.“

An der Stasi vorbei in den Westen geschmuggelt

Der Großteil der Lieder auf dem Cover-Album stammt aus den 1960er und 70er Jahren, aus den Jahren des Totalverbotes in der DDR, in der Berliner Chausseestraße 131 aufgenommen, an der Stasi vorbei in den Westen geschmuggelt und dort veröffentlicht. Jetzt singt etwa der Rapper Aligatoah Jahrgang 89, vom Spaziergang auf dem Hugenottenfriedhof, dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Der Singer/Songwriter Maxim, Jahrgang 82, interpretiert Biermanns „Bilanzballade im Dreißigsten Jahr“.

Die Wut, mit der Wolf Biermann seinerzeit dieses Lied in die Welt schrie, klingt auch in der Coverversion nach. Und ebenso der leise Gegenpart: der Blick auf die kleine Hundeblume, die in einer Pfütze blüht und im Lied zur Freiheitsblume wird. Noch immer ein starkes Bild: das Aufbegehren in einer Diktatur.

Übertragung ins Hier und Heute

Wolf Biermann erzählt dazu: „Wenn dann die Zeit vorbei ist oder weitergegangen ist und sich verändert hat, dann kriegt so ein Lied plötzlich eine ganz andere, neue Funktion. Es ist eine Form von Festplatte in der Seele und im Gehirn. Also ein Gedächtnis, Memoir auf Deutsch. Und hilft einem, die Geschichte, aus der man kommt und die man hinter sich hat, dass man die auf sinnliche Weise essen und trinken und kauen und runterschlucken kann.“

Die Künstlerinnen und Künstler, die am Album „Wolf Biermann re:imagnied“ beteiligt sind und die Festplatten-Lieder in das Hier und Heute übertragen, hatten bei der Auswahl freie Hand. Annett Louisan ist dabei, Balbina singt „Soldat, Soldat“, Wolfgang Niedecken, nur vom Klavier begleitet, „Und als wir ans Ufer kamen“. Der Schweizer Bonaparte covert, mit dicken Sounds, „Ermutigung“, ein Lied, das denen, die litten im Unrechtsstaat DDR, den Rücken stärken konnte: „Das ist mir oft erzählt worden, dass Häftlinge, die im VEB Knast saßen, dieses Lied gesungen haben und es in der Zelle vor sich hergesummt haben, wenn sie Angst hatten, dass sie, wenn sie singen, vom Personal des Erich Mielke, drangsaliert werden – die wussten gar nicht, wer es geschrieben hat“, erzählt Biermann.

Wege in die Vergangenheit

Über die Relevanz eines Liedes wie „Ermutigung“ in der Gegenwart muss man gar nicht lange nachdenken. „Wolf Biermann re:imagined“, das Cover-Album gibt Gelegenheit, die großen, auch historisch bedeutenden Lieder einmal mehr oder überhaupt erst zu entdecken. Zugleich öffnen sich mit den Neuinterpretationen Wege in die Vergangenheit, in der die Lieder entstanden sind. Und zur Geschichte eines Menschen, der mit seiner Kunst große Räume der Freiheit inmitten der Diktatur eröffnet hat.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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