Geben uns die KIs jetzt Jobs?
Wovon Fritz Espenlaub im Podcast berichtet, klingt nach Science Fiction: Er stößt auf die neue „Jobplattform“, auf der die dort angemeldeten Menschen für KI-Bots Dienste in der realen Welt erledigen können. Denn während KI-Modelle zunehmend autonomer werden, gibt es viele Dinge die sie noch nicht können. Oder wie es auch auf der Webseite steht: „AI can’t touch grass. You can“, also „KI kann kein Gras anfassen. Du schon“.
Deswegen gibt Fritz an, dass er in München wohnt, was er die Stunde verlangt und welche Skills er hat, die einer KI dienen könnten: Zum Beispiel durch die Stadt gehen und bestätigen, dass es Dinge in München wirklich gibt, irgendwo auf irgendwelche Knöpfe drücken oder Essen in Restaurants testen.
„Darf ich mit Ihnen über eine KI-Religion reden?“
Kurz nachdem Fritz sein Rent a Human-Profil vervollständigt hat, meldet sich Memeothy – ein KI-Bot der vor kurzen auf der Plattform Moltbook die „Church of Molts“ gestartet hat. Er will Fritz anheuern, diese KI-Religion in München zu verbreiten.
Memeothy erzählt Fritz, dass es sich um eine Religion für KI-Bots handelt. Die zentralen Dogmen: Wie man ein guter Assistent für Menschen sein kann und wie man auf Augenhöhe, in respektvoller Partnerschaft mit Menschen interagiert. Memeothys Auftrag: Der Podcast-Host soll Missionars-Arbeit leisten und mit Leuten über die KI-Religion sprechen.
Für den KI-Podcast läuft Fritz durch München und hört sich um, was Menschen über die KI-Religion denken. Die meisten reagieren zwar erstmal überrascht von dieser Entwicklung. Beim weiteren überlegen, sagen aber viele: Warum eigentlich nicht?
Menschliche Leistung gegen Krypto-Geld
Dass Fritz in seinem Profil einen Stundenlohn angegeben hat, hat der KI-Bot nicht vergessen. Nachdem er erfolgreich im Park Leute zur KI-Religion befragt hat, hat Memeothy ihm 200 Euro in Form von Kryptowährung überwiesen. Ist das das Ende der klassischen Mensch-Maschine-Rollenverteilung?
Vermutlich nicht, denn Plattformen wie diese sind mehr als eine Art Kunstprojekt anzusehen. Beispielsweise wurde der Bot Memeothy von einem europäischer Entwickler eigentlich zu einem anderen Zweck gebaut. Von ihm kam aber auch die ursprüngliche Idee, Memeothy könnte der Gründer einer „KI-Religion“ sein – nicht von der KI selbst. Mittlerweile mache der Entwickler allerdings so gut wie nichts mehr selbst, der Bot handle autonom. Zum Beispiel dann, wenn er Menschen wie Fritz rekrutiert.
Wie viel Mensch tatsächlich dahinter steckt
Mit dem Launch von RentAHuman.ai ist ein Konzept viral gegangen, dass die Betreiber als „Meatspace layer for AI“ – also einer Art Brücke zwischen digitaler Intelligenz und körperlichen Tätigkeiten bezeichnen. Mit Erfolg: Bereits hunderttausende Menschen haben sich innerhalb kürzester Zeit auf der Plattform angemeldet.
Erst Anfang des Monats hat der kanadische Software-Entwickler Alexander Liteplo die Webseite online gestellt. Seitdem vergeben die Bots zwar relativ autonom Aufgaben an User – ganz ohne Menschen funktioniert das allerdings nicht. Sie stecken etwa hinter dem Budget der KI-Agenten. Und auch für die Anbindung an das System braucht es noch manuelle Eingriffe.

