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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Vom Underground in den Pop-Olymp: Charli xcx
Kultur

Vom Underground in den Pop-Olymp: Charli xcx

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. Februar 2026 10:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Charli xcx ist „The Moment“. So heißt zumindest der Film über sie und mit ihr, der gerade erst auf dem Sundance Festival Premiere feierte. „The Moment“ ist eine Art Mockumentary über die Künstlerin während ihres Durchbruchs vor zwei Jahren, der Zeit des „Brat-Movements“. Er beleuchtet den Moment, der Charli xcx nach 16 Jahren in der Musikindustrie endlich auf den Musik-Olymp katapultierte.

Inhaltsübersicht
Was ist „Brat“?Langer Weg an die SpitzeDie neue Pop-Ikone

Was ist „Brat“?

„Brat“, das ist nicht nur der Titel von Charli xcx sechstem Studioalbum. Der Begriff (auf deutsch „Gör“) steht für mehr. Für den sogenannten „Party Girl“-Lifestyle: Immer etwas pleite, aber trotzdem auf Achse. Von einer Party zur nächsten eilen, dabei immer eine Fluppe in der Hand haben und unprätentiöse Kleidung gemixt mit Designer-Klamotten tragen. „Brat“ mutierte 2024 zum geflügelten Wort, ja, zu einer ganzen Bewegung.

Seitdem ist Charli xcx ein Popstar. Doch der Weg dahin war lang. Er begann schon im Jahr 2008. Und zwar da, wo er auch 16 Jahre später seinen Höhepunkt fand: Im Internet. Charlotte Emma Aitchison – so heißt die Britin mit bürgerlichem Namen – lud damals ihre selbst-produzierten Songs auf die Plattform Myspace. Ihre Eltern hatten der damals 16-Jährigen zuvor Geld geliehen, damit sie mit 14 ihr erstes Album aufnehmen konnte.

Langer Weg an die Spitze

Obwohl die Künstlerin ihrem Frühwerk heute eher ablehnend gegenübersteht, ließen schon ihre ersten Releases die Richtung erkennen, in die Aitchison mit ihrer Musik gehen würde: Electronic Pop/Dance Music. Mit 18 zog sie allein nach London und vergnügte sich in der Raver-Szene, dann unterschrieb sie ihren ersten Plattenvertrag bei Asylum Records – jedoch mit dem Gedanken ein Rap-Album zu produzieren – und dann brach sie ihr Studium der hohen Künste ab, um sich vollends auf die Musikkarriere zu konzentrieren.

Die hob schließlich ab: Neben ihrem Debut-Album „True Romance“ war es ein schwedisches Release, das die erste große Aufmerksamkeit brachte: Die Single „I Love it“ von der Pop-Gruppe „Icona Pop“. Charli xcx schrieb und interpretierte den Track in einer früheren Version, die nie veröffentlich wurde. Durch eine Neuaufnahme von Icona Pop mit Charlis Original-Gesang wurde der Dance-Pop-Song zum Nummer-1-Hit in Großbritannien. Ein besonderer Moment für die Tochter eines schottischen Vaters und einer indischen Mutter.

Seit diesem Moment ging es für Charli xcx konstant aufwärts. Sie schrieb fünf weitere Studioalben, arbeitete an unzähligen Songs als Songwriterin mit, für Stars wie Rihanna, Britney Spears, Gwen Stefani oder Rita Ora. Und sie landete einen weiteren Nummer-1-Hit mit Rapperin Iggy Azalea und „Fancy“.

Die neue Pop-Ikone

Wirklich „fancy“ aber war Charli xcx nie – siehe „brat“. Über die Jahre entwickelte sie ihren ganz eigenen Sound: Power-Pop, gebrochen mit dunklen Techno-, HipHop- oder Elektro-Elementen. Das hebt sie ab von anderen Mainstream-Acts und zeigt, dass Charli xcx mit ihrer Musik schafft, was viele nicht schaffen: Den Balanceakt zu halten zwischen Mainstream-Pop und experimentierfreudigem Untergrund. Immer am Zahn der Zeit, wenn nicht sogar in der Zukunft. Und seit jeher queer-verbunden und feministisch.

Kein Wunder also, dass gerade sie die Aufgabe bekam, den wohl am heißesten erwarteten Film 2026 zu vertonen: Emerald Fennell’s „Wuthering Heights“, eine Neu-Adaption des Brontë -Romans „Sturmhöhe“ aus dem Jahr 1847. Zusammen mit Komponist Anthony Willis arbeitete Charli xcx am Soundtrack und schrieb zwölf Songs, die sie heute als ihr siebtes Studioalbum veröffentlichte.

Die neue Platte lässt einen eintauchen; in den Heartbreak, in die Verzweiflung, in die Sehnsucht und die Dunkelheit der Geschichte um zwei tragische Liebende: Heathcliff und Cathy, die per Naturgesetz zueinander gehören und sich nacheinander verzehren, aber nie zusammenfinden. Auf „Wuthering Heights“ zeigt Charli xcx also erneut den Grund für ihren Ikonen-Status, ihr größtes Talent: Ein bestimmtes Gefühl, einen Zustand, einen Vibe in Songs zu verpacken – und das sogar auf Albumlänge!

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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