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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Warnsignale beim Online-Dating: Wenn plötzlich der „Ick“ kommt
Kultur

Warnsignale beim Online-Dating: Wenn plötzlich der „Ick“ kommt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. Februar 2026 15:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Valentinstag gilt als Tag der großen Gefühle. Wer gerade noch kein Date hat, landet schnell bei Apps und Plattformen. Dort ist die Auswahl riesig, gleichzeitig wirkt vieles austauschbar. Besonders verwirrend wird es, wenn beim Kennenlernen plötzlich scheinbar nur noch „Red Flags“ auftauchen, also sprichwörtlich die innere Alarmglocke angeht oder einen der „Ick“ packt, also dieses plötzliche Gefühl von Abneigung. Der Begriff leitet sich ab vom englischen „icky“ für eklig.

Inhaltsübersicht
Valentinstag, Online-Dating und „Ick“: Warum es so schnell kipptGhosting und Abwehrmechanismen: Was hinter schnellen Urteilen stecktRed Flags beim Online-Dating: Klare Grenzen und KonsensZweite Chance beim Date: Wann sie sinnvoll sein kann

• Zum Podcast: Die Lösung – der Psychologie-Podcast in der ARD-Audiothek

Valentinstag, Online-Dating und „Ick“: Warum es so schnell kippt

Einige ziehen dann sofort die Reißleine: „Bei mir ist es immer so: Wenn es beim ersten Mal nicht matched, dann geht das nicht“, sagt eine junge Frau in einer Umfrage des BR zum Thema zweite Chancen geben beim Dating. Eine andere beschreibt das Gefühl als schwer greifbar: „Ich glaub ‚the ick‘ ist leider etwas, was man ganz oft gar nicht so rational fassen kann. Das ist oft so ein Bauchgefühl, das einem sagt: ‚Nee, brauch ich nicht, mag ich nicht.'“ Und statt Klartext zu reden, wird dann oft einfach abgetaucht: „Nein, ich bin Typ Ghosting, ich würde es mich wahrscheinlich nicht trauen zu sagen, weil ich immer Angst habe, Leute zu verprellen.“

Dating im Jahr 2026 besteht anscheinend oft aus Buzzwords und schnellen Urteilen. Mit jedem Swipe könnte noch jemand „Besseres“ kommen, die Toleranz sinkt, ein falscher Satz wird zur vermeintlichen Warnlampe. Laut Psychotherapeutin Nike Hilber spielen dabei nicht selten Abwehrmechanismen eine Rolle, die den eigenen Selbstwert stabilisieren sollen, etwa aus Angst, sich wirklich einzulassen und möglicherweise emotional verletzt zu werden.

Ghosting und Abwehrmechanismen: Was hinter schnellen Urteilen steckt

Hilber, die auch Host des BR-Psychologie-Podcasts „Die Lösung“ ist, rät dazu, Irritationen nicht reflexhaft in einen Kontaktabbruch zu übersetzen. „Keiner von uns ist perfekt. Wir alle sind fehlbar und wir können auch mal was falsch oder anders interpretieren. Es ist schon super wichtig, anstatt jemanden sofort zu ghosten, Irritationen oder Ängste entweder direkt anzusprechen oder einfach zu kommunizieren: ‚Hey, das war nichts für mich‘. Und ganz klar, bei echten Red Flags, da sollte man sich schützen.“

Entscheidend ist aus ihrer Sicht die Unterscheidung: Ist es ein gesundes Bauchgefühl oder eine Reaktion, die eher Selbstschutz ist und am Ende das eigene Dating sabotiert? Der schnelle „Ick“ kann ein Hinweis sein, manchmal aber auch ein Signal, dass gerade Erwartungen, Unsicherheit oder alte Muster das Steuer übernehmen.

Red Flags beim Online-Dating: Klare Grenzen und Konsens

Aber was ist dann eine echte „Red Flag“? Hilber beschreibt sie als deutliches Warnsignal, das nicht verhandelbar ist. „Letztlich handelt es sich dabei um ein sehr klares Warnsignal deiner Psyche, also zum Beispiel, wenn dir übel wird beim Gedanken an das Küssen einer bestimmten Person oder du super angespannt bist, gestresst bist. Da sprechen wir dann von ganz klaren Grenzverletzungen. Da ist das Thema Konsent, also Zustimmung, super wichtig.“

Damit ist auch die Grenze markiert, an der es keine zweite Runde geben sollte. Wer sich unwohl fühlt, Druck erlebt oder Grenzen überschritten sieht, sollte sich schützen. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Unbeholfenheit ist eine Grenzverletzung, nicht jedes Missverständnis ein Charakterurteil.

Zweite Chance beim Date: Wann sie sinnvoll sein kann

Bei der Frage nach einer zweiten Chance gehen die Meinungen auseinander. Eine Frau sagt in der BR-Umfrage klar: „Zweite Chance, wenn ich merke, es läuft tatsächlich eher nicht – nee, dann lass ich’s lieber.“ Ein junger Mann knüpft es an konkrete Umstände: „Wenn man Potenzial sieht. Wenn man vielleicht merkt, dass es an dem einen Tag nicht so gut gelaufen ist und man vielleicht festmachen kann, dass das in Zukunft besser laufen könnte. Wenn es halt aus irgendwelchen Umständen blöd läuft, weil im Kino der Film schlecht war oder das Essen nicht geschmeckt hat.“

Hilber empfiehlt für diese Entscheidung einen Check-in mit sich selbst. „Spür ich wirklich echte Abneigung gegen die Person, wo ich einfach merke: Okay, da hilft einfach kein weiteres Treffen. Oder bin ich vielleicht eher unsicher?“ Sinnvoll sei auch, sich zu fragen, ob man gerade überhaupt bereit ist für eine Beziehung. Oder ob man vielleicht einfach als Single gerade glücklich ist.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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