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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Autoindustrie: Importe aus China übertreffen EU-Exporte
Wirtschaft

Autoindustrie: Importe aus China übertreffen EU-Exporte

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 20. März 2026 15:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Viele Jahre über war es ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Deutsche Autohersteller und Zulieferer lieferten ihre Fahrzeuge und Teile in die ganze Welt, auch nach China. Damit ließen sich große Gewinne erzielen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Das belegt auch eine Studie der Unternehmensberatung EY (externer Link). Die Studie bezieht sich auf Daten des Statistischen Bundesamts, von Eurostat und der Bundesagentur für Arbeit.

Inhaltsübersicht
Chinesische Hersteller streben nach EuropaZeitenwende auch in Deutschland erwartetDruck auf die Autobranche steigt massivStellenabbau in allen Bundesländern

Chinesische Hersteller streben nach Europa

China hat sich zum weltweit größten Automarkt entwickelt. Mittlerweile konkurrieren dort immer mehr einheimische Hersteller und Zulieferer mit den deutschen Wettbewerbern. Und das mit zunehmendem Erfolg. Die dort etablierten deutschen Konzerne mussten in China in den vergangenen Jahren zusehends Marktanteile abgeben. Mehr noch: Die chinesischen Wettbewerber suchen nach neuen Märkten. Bereits auf der Münchner Automesse IAA 2023 kündigten die dort vertretenen Marken aus China an, verstärkt nach Europa kommen zu wollen. Das entwickelte sich zwar zäher als erwartet, doch der Studie der Unternehmensberatung EY zufolge stiegen die Importe aus China nach Europa um acht Prozent auf 22 Milliarden Euro.

Gleichzeitig sanken die Ausfuhren der Branche hierzulande um 34 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Damit übertraf erstmals der Wert der aus China in die EU eingeführten Neuwagen und Kfz-Teile den Wert der entsprechenden Ausfuhren nach China. Im Jahr 2019 gab es noch einen Exportüberschuss von 23 Milliarden Euro. Der hat sich also innerhalb weniger Jahre in ein Defizit von sechs Milliarden Euro gewandelt.

Zeitenwende auch in Deutschland erwartet

Beim Handel zwischen Deutschland und China lagen zwar die Ausfuhren nach China im vergangenen Jahr mit 14 Milliarden Euro noch deutlich über den Importen von sieben Milliarden Euro. Doch bereits für dieses Jahr wird damit gerechnet, dass sich Aus- und Einfuhren die Waage halten.

In Deutschland hätten chinesische Marken bislang einen schweren Stand. Auf anderen europäischen Märkten verzeichneten chinesische Autohersteller hingegen inzwischen bemerkenswerte Erfolge, so EY-Studienautor Constantin Gall. Er rechnet damit, dass auch die deutschen Konzerne die chinesische Konkurrenz hierzulande immer deutlicher zu spüren bekommen.

Druck auf die Autobranche steigt massiv

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz der Autobranche in Deutschland um 1,6 Prozent zurück auf 528 Milliarden Euro. Allerdings liegt er damit immer noch höher als 2022. Abgesehen von den beiden Rekordjahren 2023/2024 ist die Branche also zumindest von den Umsätzen her auf Vor-Corona-Niveau zurück.

Allerdings ist das kaum ein Grund zur Entspannung. Denn die Lage hat sich seither deutlich verschärft, nicht nur in China. Auch die US-Zölle scheinen zu wirken. So sind die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten ebenfalls zurückgegangen, und zwar um 18 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro. Gestiegene Exporte in andere europäische Nachbarländer haben insgesamt ein größeres Minus verhindert. Das ist für die Beschäftigten aber nur ein schwacher Trost. Denn noch deutlicher als Ausfuhren und Umsätze sank die Zahl der Arbeitsplätze.

Stellenabbau in allen Bundesländern

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit in der Autoindustrie rund 45.000 Stellen abgebaut. Das ist ein Rückgang um mehr als sechs Prozent. Insgesamt arbeiten demzufolge in der Branche noch 725.000 Menschen. Das ist der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Vor allem die Zulieferer bauen massiv Stellen ab. Davon betroffen sind vor allem die beiden Bundesländer Saarland und Schleswig-Holstein.

Dort fiel das Minus mit elf bzw. sogar 20 Prozent besonders deutlich aus, während in den beiden Bundesländern mit den meisten Beschäftigten in der Branche, Bayern (244.375) und Baden-Württemberg (214.517), 2,6 bzw. 3,9 Prozent der Stellen wegfielen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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