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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Gesundheitsinfos im Netz: Mehr Nutzung, Wissenslücken bleiben
Wirtschaft

Gesundheitsinfos im Netz: Mehr Nutzung, Wissenslücken bleiben

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 24. November 2025 09:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Eine große Mehrheit der Deutschen steht der immer stärkeren Digitalisierung im Gesundheitswesen positiv gegenüber. Bei einer Umfrage des Hightech-Branchenverbandes Bitkom sagten 88 Prozent der Befragten, sie fänden es grundsätzlich richtig, wenn das Gesundheitswesen weiter digitalisiert wird. Wobei der Begriff „Digitalisierung“ inzwischen ausgesprochen breit ist: Vom elektronischen Rezept, das inzwischen Alltag ist, über KI-gestützte Diagnosemöglichkeiten, etwa bei Hautkrebs, bis zu Online-Gesundheitsinformationen.

Inhaltsübersicht
Branchenverband sieht breites Interesse an Gesundheits-KIStudie: Viel Luft nach oben bei GesundheitskompetenzBitkom will Zweifeln begegnenEinfachere Handhabung der ePA gefordert

Branchenverband sieht breites Interesse an Gesundheits-KI

Der Verband Bitkom hat Patienten vor allem befragt, wie sie selbst mit Online- und KI-Angeboten umgehen. Das Ergebnis zeigt breiten Zuspruch für Gesundheitsinformationen im Netz: Rund drei von vier Befragten recherchieren zu diesen Themen im Internet, knapp die Hälfte nutzen KI-Chatbots, etwa um Symptome einschätzen zu lassen.

Studie: Viel Luft nach oben bei Gesundheitskompetenz

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Forscher der Universität Bielefeld (externer Link). Laut einer Studie, die sie kürzlich vorgestellt haben, nutzen zwar immer mehr Menschen Informationsangebote zu Gesundheitsthemen, vor allem im Internet. Doch viele hätten weiterhin große Probleme, die Informationen richtig einzuordnen und den für sie richtigen Weg durchs Gesundheitswesen zu finden.

Bei der Untersuchung der Uni Bielefeld gaben 82 Prozent der Befragten an, sie fänden es schwer, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Ein „alarmierender Befund“, so die Forscher. Die Studienautoren kommen zu dem Ergebnis, 56 Prozent der Menschen in Deutschland hätten eine geringe Gesundheitskompetenz. Das heißt, es fällt ihnen schwer, Informationen um das Thema Gesundheit „zu finden, zu verstehen oder für sich zu nutzen“.

Die Bielefelder Forscher sehen dabei eine besorgniserregende Kluft zwischen Menschen mit höherem sozialen Status und sozial benachteiligten Gruppen. Wer über eine gute Ausbildung verfüge und ein vergleichsweise hohes Einkommen habe, sei spürbar besser in der Lage, zusätzliche Informationsangebote zu Gesundheitsthemen für sich positiv zu nutzen. Menschen mit geringerem Bildungsniveau und niedrigerem Einkommen hingegen würden nicht im gleichen Maß von zusätzlichen Gesundheits-Infos profitieren. Bei ihnen bleibe das Risiko hoch, dass sie sich ungesund verhalten.

Bitkom will Zweifeln begegnen

Der Hightech-Branchenverband Bitkom sieht nicht nur bei der Förderung von Gesundheitskompetenz Nachholbedarf. Es sei auch nötig, auf Skepsis und Sorgen um die Sicherheit von Daten richtig zu antworten, erklärt der Verband. So befürchten in der aktuellen Bitkom-Umfrage 71 Prozent der Menschen einen möglichen Datenmissbrauch. Fast ebenso viele haben die Sorge, dass der Fortschritt der Digitalisierung die menschliche Zuwendung in der Medizin unter Druck bringt, nämlich 69 Prozent.

Auch die Tatsache, dass Künstliche Intelligenz immer wieder Antworten liefert, die plausibel klingen, aber „halluziniert“ und deshalb falsch sind, ist vielen Patienten offenbar bekannt: Mehr als die Hälfte der Befragten der Bitkom Studie, nämlich 56 Prozent, fürchten Fehlentscheidungen durch den Einsatz von KI.

Der Branchenverband Bitkom leitet aus diesen Befragungsergebnissen Forderungen an die Politik, aber auch an die Wirtschaft ab: Es müsse gelingen, auf transparente Weise Vertrauen in die Sicherheit digitaler Neuentwicklungen in der Gesundheitsversorgung zu schaffen.

Einfachere Handhabung der ePA gefordert

Nicht nur mehr Transparenz, sondern vor allem Vereinfachung wünschen sich laut der Bitkom-Befragung viele Menschen bei der elektronischen Patientenakte, die inzwischen für rund 70 Millionen Kassenpatienten eingerichtet ist. Der Zugang zur ePA werde von vielen Patienten als zu kompliziert empfunden, berichtet Bitkom. Mehr als ein Drittel der Befragten habe Probleme bei der Nutzung.

Gleichzeitig sehen jeweils rund zwei Drittel verschiedene Vorteile: Etwa besseren Zugriff auf Behandlungsdaten oder dass Doppeluntersuchungen oder Behandlungsfehler vermieden werden könnten.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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