Gold als schnelle Geldquelle
Hinzu kommt ein zweiter Effekt, der zunächst unlogisch klingt: Gerade in unruhigen Börsenphasen wird Gold oft nicht nur gekauft, sondern auch verkauft. Nicht, weil es plötzlich uninteressant wäre, sondern weil es sich schnell zu Geld machen lässt. Wer an anderer Stelle Verluste ausgleichen muss oder Liquidität braucht, verkauft oft zuerst das, was rasch handelbar ist. Gold kann dann zur schnellen Geldquelle werden. Auch deshalb gerät der Preis in Stressphasen mitunter genau dann unter Druck, wenn viele eigentlich das Gegenteil erwarten.
Bären-Jahre wirken auch auf den Goldpreis
Der Blick in die Vergangenheit zeigt: So ungewöhnlich ist das gar nicht. Christian W. Röhl, Chief Economist des Neobrokers Scalable Capital, nennt die aktuelle Entwicklung „vielleicht enttäuschend, aber nicht überraschend“. Seine Auswertung der vergangenen 50 Jahre zeigt: In den zehn großen Aktien-Bärenmärkten dieser Zeit hat Gold nur in zwei langen Abwärtsphasen unterm Strich zugelegt. In den anderen, kürzeren und steileren Rückgängen fiel auch Gold. Allerdings meist weniger stark als die Aktienmärkte.

