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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > E-Zigaretten: Warum Vapen und Dampfen nicht harmlos ist
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E-Zigaretten: Warum Vapen und Dampfen nicht harmlos ist

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 23. März 2026 09:50
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Während der Konsum von Tabak-Zigaretten in Deutschland 2025 stabil blieb und der Anteil Rauchender in der Bevölkerung seit Jahren sinkt, hält der Trend zu E-Zigaretten, auch Vapes genannt, weiter an. Laut Branchenverband Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) lag der Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr bei 2,4 Milliarden Euro, ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Inhaltsübersicht
Vapes: Weniger Schadstoffe, aber nicht harmlosGesundheitsgefahren durch Aromen beim InhalierenSuchtfaktor NikotinAufklärung über E-Zigaretten ist schon im jungen Alter notwendig

Vapes: Weniger Schadstoffe, aber nicht harmlos

Im Gegensatz zu einer konventionellen Zigarette verbrennt eine elektrische Zigarette keinen Tabak, sondern sie erhitzt und verdampft Liquid, also eine Flüssigkeit. In Tabakrauch können laut Tabakatlas 2025 des Nationalen Krebspräventionszentrums [externer Link] rund 250 gesundheitsschädigende Stoffe stecken, im Aerosol von E-Zigaretten etwa 100. Viele der giftigen Substanzen entstehen bei der Lagerung, wie die krebserzeugenden Nitrosamine, oder beim Erhitzen der Liquids. Dazu zählt etwa Formaldehyd, das Augen und Schleimhäute reizt und ebenfalls als krebserzeugend gilt.

Harmlos sind die E-Zigaretten trotz der geringeren Anzahl der Schadstoffe also nicht, betont die niedergelassene Lungenfachärztin Kathrin Kahnert, die auch am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität forscht: „Wir haben zunehmend wissenschaftlich begründete Hinweise auf schädliche Auswirkungen auf die Atemwege, auf das Herz-Kreislauf-System. Wir sehen zellschädigende und auch krankheitsfördernde Prozesse.“ Teilweise seien in den E-Liquids sogar krebserregende Stoffe vorhanden, ohne dass das deklariert sei.

Gesundheitsgefahren durch Aromen beim Inhalieren

Besonders kritisch sehen Forschende, dass Hersteller mit dem Zusatz fruchtiger oder kühlender Aromen in E-Zigaretten auf immer jüngere Menschen abzielen. Laut einer Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung [externer Link] hat 2024 jedes achte Kind im Alter von 9 bis 13 Jahren schon einmal E-Zigaretten probiert. Unter den 14- bis 17-Jährigen waren es mehr als ein Drittel. Kathrin Kahnert weist darauf hin, dass diese Aromen in Lebensmitteln durchaus verarbeitet werden können. Es sei aber weitgehend noch nicht untersucht, wie diese Substanzen wirken, wenn sie inhaliert werden. 13 Aroma- und Kühlstoffe sollen demnächst als Zusatz bei Vapes verboten werden, hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu Beginn des Jahres angekündigt. Dazu gehört auch Menthol, das in Tabak-Zigaretten schon seit 2020 EU-weit nicht mehr enthalten sein darf.

Suchtfaktor Nikotin

Ein weiteres Problem: Kinder und Jugendliche kommen durch die aromatisierten E-Zigaretten immer früher in Kontakt mit Nikotin, das schnell abhängig macht. Kathrin Kahnert warnt, dies könne auch wieder den Einstieg in die konventionelle Tabakabhängigkeit fördern. Bei Kindern und Jugendlichen, die früh zu Nikotin greifen, seien Störungen bei der Hirnentwicklung beobachtet worden. Hier werde also die zukünftige Abhängigkeit bei Erwachsenen generiert, und man wisse auch: „In der Regel ist die E-Zigarette nicht das Einzige, was die Kinder und Jugendlichen dann inhalieren, sondern viele greifen im späteren Verlauf zur konventionellen Zigarette. Das Risiko steigt um den Faktor 3.“

Neben Vapes nutzen Jugendliche zunehmend auch Nikotinbeutel. Die kleinen Stoffpäckchen werden unter die Lippe geschoben und geben Nikotin über die Mundschleimhaut ab, enthalten aber keinen Tabak. Der Verkauf ist in Deutschland verboten. In einer Stichprobe konnten sich Forschende jedoch im Internet problemlos ohne Alterskontrolle Nikotinbeutel [externer Link] bestellen.

Aufklärung über E-Zigaretten ist schon im jungen Alter notwendig

Laut Jugendschutzgesetz dürfen nikotinhaltige Produkte nicht an Minderjährige verkauft werden. Das gilt auch für Tabakwaren und sogar für nikotinfreie elektronische Zigaretten oder Shishas. Selbst ungefüllte Ersatztanks für E-Liquids dürfen nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, hat der Bundesgerichtshof jüngst entschieden.

Die Anzahl der jugendlichen Vaper zeigt aber: Diese Regelungen sind leicht zu umgehen. Der Lungenfacharzt Michael Pfeifer, Chefarzt an der Klinik für Pneumologie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg, fordert deshalb mehr politischen Rückhalt für gesundheitliche Aufklärung, schon im Kindergarten und in der Grundschule: Es gebe keine für die ganze Bundesrepublik anwendbaren Möglichkeiten, dort präventiv tätig zu sein. Kathrin Kahnert ist mittlerweile in der Prävention dort aktiv, wo auch Jugendliche und Kinder sich ihre Informationen besorgen: auf Social Media.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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