Die Laune der Verbraucher in Deutschland hat einen kräftigen Dämpfer bekommen. Wegen der hohen Energiepreise machen sich viele Sorgen um ihr künftiges Einkommen und halten ihr Geld lieber zusammen. Die Einkommenserwartungen sind demnach auf dem niedrigsten Stand seit 2026. Die Sparneigung hat dagegen den höchsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 erreicht.
Tankrabatt spielte im Befragungszeitraum noch keine Rolle
Auch wenn der zum 1. Oktober beschlossene Tankrabatt im Befragungszeitraum noch keine direkten Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung hatte, haben die Macher der Studie ihre Erfahrungen: Beim letzten Tankrabatt im Mai und Juni hatte sich die Inflationsrate verringert, was auch positiven Einfluss auf die Verbraucherstimmung hatte – nachhaltig sei dieser Effekt aber nicht gewesen.
Ähnliches sei auch diesmal zu erwarten: Ein kurzfristiger Effekt, der aber mit dem Auslaufen des Tankrabatts zum Ende des Jahres wieder nachlassen werde, schätzt Rolf Bürkl die Lage ein. Bürkl ist Konsumklima-Experte beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), das die Konsumklimastudie monatlich gemeinsam mit dem Marktforscher GfK erstellt.
Eine Nachhaltige Verbesserung sein dadurch nicht zu erwarten. „Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden“, erklärt Bürkl die zuletzt wahrgenommene Stimmung. „Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft.“
Extrem hohe Sparneigung
Zusätzlich belastet eine spürbar gestiegene Sparneigung das Konsumklima. Der Spar-Indikator kletterte auf ein Niveau, das zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 erreicht wurde. Die hohen Energiepreise schüren auch hier die Verunsicherung.
Analysen des NIM zeigen, dass insbesondere Haushalte mit guter finanzieller Ausstattung stärker sparen, um Kaufkraftverluste durch Inflation bei ihren Ersparnissen zu kompensieren. Genau diese Schicht sorgt in besseren Zeiten aber besonders für den Konsum.
Hoffnung auf bessere Konjunktur
Einen leichten Hoffnungsschimmer gibt es bei den Konjunkturerwartungen. Dieser Indikator stieg zum fünften Mal in Folge leicht an. Als Grund wird die bessere Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026 genannt, weshalb Forschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 auf gut ein Prozent angehoben haben.
Allerdings blicken die Institute bereits jetzt ernüchtert auf das Jahr 2028, in dem ein deutlich geringeres Wachstum erwartet wird.

