Nach BR-Informationen gibt es im Norma-Zentrallager Regenstauf eine Rattenplage. Diese besteht demnach schon seit rund einem Jahr. Der Befall sei so extrem, dass selbst ein Schädlingsbekämpfer ihrer kaum Herr werde, heißt es von einer anonymen Quelle aus dem Unternehmen.
Ratten gehören zu den häufigsten Schadnagern und können insbesondere in Gebäuden, Kellern, Lagerräumen und Lebensmittelbetrieben erhebliche Probleme verursachen. Sie verunreinigen Lebensmittel, beschädigen Verpackungen und können Krankheitserreger übertragen. Wenn man einen Rattenbefall vermutet, sollte man sich professionelle Hilfe holen.
Rattenplage in den Griff bekommen
Einen Rattenbefall bekommt man grundsätzlich hin – wenn alles richtig gemacht wird. Sagt Kai Scheffler, er ist Vorstand des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands. Ratten brauchen Futter und Wasser. Sie halten sich immer in der Nähe dieser beiden Quellen auf. Und sie verstecken sich in Zwischenräumen, Rohren, Kellern und Fugen. Schädlingsbekämpfer gehen bei einer Rattenplage oder einem Rattenbefall systematisch vor.
Einzelne Ratten können Anzeichen für eine Plage sein
Sie suchen nach Anzeichen, wie Rattenkot, Nagespuren an Verpackungen, Schmierspuren entlang häufig genutzter Laufwege oder unangenehmen Gerüchen, beschädigten Lebensmittelverpackungen und lebenden oder toten Ratten.
Auch wenn nur einzelne Ratten gesichtet werden, heißt das nicht dass es sich nicht um eine große Population handeln kann. Ratten sind nachtaktiv. Sie verstecken sich tagsüber und verlassen ihre Verstecke in der Nacht, um auf Futtersuche zu gehen. Wenn der Befall untersucht wurde, wird ein geeigneter Bekämpfungsplan erstellt.
Je nach Situation kommen verschiedene Maßnahmen wie mechanische Fallen, Giftköder oder gesicherte Köderstationen zum Einsatz. Die Maßnahmen werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst.
Ratten können sich durch winzige Löcher zwängen
Besonders wichtig ist die Kontrolle der Zugänge. Ratten können bereits durch relativ kleine Öffnungen in Gebäude gelangen. Deshalb werden beispielsweise Türen, Tore, Rohrdurchführungen, Lüftungsöffnungen und andere Schwachstellen überprüft und nach Möglichkeit gesichert.
Kunden und Auftraggeber müssen genau an dieser Stelle engagiert mitarbeiten, sonst nützt die ganze Arbeit der Schädlingsbekämpfer nichts, sagt Kai Scheffler vom DSV. Aber Gebäude, vor allem große, wie Lager, rattensicher abzudichten kann kompliziert und teuer werden. Oft scheitert ein Erfolg genau daran.
Lebensmittel vor Kontamination schützen
In Lebensmittelbetrieben gelten besonders hohe Anforderungen. Lebensmittel müssen vor Kontamination durch Schädlinge geschützt werden. Beschädigte oder möglicherweise durch Ratten verunreinigte Ware muss deshalb zunächst gesperrt und fachlich bewertet werden. Angenagte Verpackungen sowie Lebensmittel mit Kot-, Urin- oder anderen Kontaminationsspuren dürfen nicht einfach weiterverwendet oder verkauft werden.
Die Schädlingsbekämpfung muss außerdem so organisiert werden, dass Lebensmittel und Verpackungen nicht durch Köder, Fallen oder andere Bekämpfungsmittel verunreinigt werden.
Rattenbekämpfung kann mehrere Wochen dauern
Wie lange eine Rattenbekämpfung dauert hängt vom Ausmaß des Befalls ab. Bei einem kleinen Befall kann die Situation vergleichsweise schnell unter Kontrolle gebracht werden. Bei einem größeren Befall sind dagegen häufig mehrere Kontroll- und Behandlungstermine über mehrere Wochen erforderlich. Aber wie Kai Scheffler vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband sagte: Wenn alle richtig mitarbeiten, kriegt man eine Rattenplage in den Griff.
Entscheidend ist dabei nicht nur, dass keine Ratten mehr gesehen werden. Der Schädlingsbekämpfer sollte auch kontrollieren, ob weiterhin Spuren oder andere Hinweise auf Aktivität vorhanden sind.
Regelmäßige Kontrollen nötig
Damit die Ratten nicht zurückkommen, müssen neben der eigentlichen Bekämpfung aber auch die Ursachen beseitigt werden. Das heißt: die möglichen Eintrittsstellen verschließen, Waren sicher lagern, unnötige Nahrungsquellen beseitigen, Lager- und Betriebsbereiche sauber und übersichtlich halten. Und vor allem: regelmäßige Kontrollen durchführen.

