Energiepreise heizen Inflation an
Auch in Bayern lag es in erster Linie an den Kraftstoffen und am Heizöl, dass die Verbraucherpreise zum Vormonat August sogar um 0,6 Prozent nach oben gingen. Besonders drastisch war es beim leichten Heizöl, das sich im Freistaat in nur einem Monat um 19 Prozent verteuerte – bei den Kraftstoffen waren es mehr als 6,2 Prozent allein im September.
Tankrabatt bremst Anstieg der Inflation ab Oktober
Der ADAC hat ausgerechnet, dass der September der bisher teuerste Tankmonat war, wobei der Durchschnittspreis für Super E10 bundesweit bei 2,27 Euro lag und für Diesel im Schnitt bei 2,38 Euro. Das waren jeweils nochmal zehn Cent mehr als im Vormonat.
Für Benzin und Diesel gibt es nun aber von Oktober bis Dezember den nächsten Tankrabatt. Der soll pro Liter bis zu 17 Cent brutto an Preisnachlässen an der Tankstelle bringen, wenn die Mineralölwirtschaft die niedrigere Energiesteuer voll weitergibt. Da ein Großteil der Teuerung seit dem Ende des letzten Tankrabatts am 30. Juni von den Tankstellenpreisen ausging, könnte die Inflation ab Oktober in Deutschland wieder unter die Marke von drei Prozent fallen. Voraussetzung dafür wäre, dass die Energiepreise an anderer Stelle wie beim Ölpreis nicht noch weiter steigen.
Heizöl und Pellets teurer – Gas- und Strompreise stabil
Beim Heizöl hilft das leider nichts, weil der Preis hier vom Wechselkurs des Dollars und vor allem vom Rohölpreis maßgeblich bestimmt wird und nicht so stark von Steuern und Abgaben belastet ist. Hier gibt es also keinen „Tank“-Rabatt. Und der Ölpreis kletterte soeben wieder über die wichtige Marke von 100 Dollar pro Fass, nachdem Iran mit einer noch stärkeren Blockade des Schiffsverkehrs gedroht hatte.
Im Jahresvergleich fällt auf, dass sich bei den Brennstoffen Holzpellets ebenfalls stark verteuerten. Die Preise für Strom und Gas waren gegenüber 2025 im September dagegen weitgehend stabil geblieben. Ohne den gesamten Energiesektor und die sonst oft auch stark schwankenden Nahrungsmittelpreise liegt die sogenannte Kerninflation in Deutschland wie in Bayern bei 2,4 Prozent.
So entwickelte sich die Teuerung in bestimmten Bereichen
Einige Dienstleistungen waren erneut teurer. Außerdem gab es kleinere saisonale Effekte wie bei Bekleidung für die Übergangszeit. Für Herrenfreizeitjacken und -mäntel waren im Freistaat 6,5 Prozent mehr zu zahlen.
Die Nahrungsmittelpreise waren diesmal mit +0,4 Prozent im Jahresvergleich kaum verändert, zum Vormonat August stiegen sie aber in Bayern um 0,7 Prozent. Spürbar war das vor allem bei Gemüse (+7,1 Prozent), Fischwaren (+3,9 Prozent) sowie bei Brot und Brötchen (+3,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.
Kaffee, Tee und Kakao gab es um 5,7 Prozent günstiger und der Preis für Butter brach seit September 2026 sogar um 26,3 Prozent ein.

