Der Autobauer BMW will künftig in der Oberpfalz an der Wiederverwertung von Autoteilen forschen. Das Unternehmen hat angekündigt, sein Recycling- und Demontagezentrum von Unterschleißheim bei München nach Wackersdorf im Kreis Schwandorf zu verlegen. Es soll bis Anfang 2029 auf dem historisch bedeutsamen Gelände entstehen, das einst für eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage vorgesehen war, dem heutigen Innovationspark Wackersdorf.
Ressourcenschonung: Potential der Altfahrzeugverwertung heben
Für das neue Kompetenzzentrum investiert BMW an seinem Standort in Wackersdorf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Das bestätigte eine Sprecherin dem BR. Es sollen demnach mehr als 100 Arbeitsplätze entstehen, das Personal wird aus anderen Bereichen umgeschichtet.
Konkret geht es laut BMW um die Forschung im Bereich der Demontage und Wiederverwertung von Fahrzeugen. Der Konzern will damit eigenen Angaben zufolge klimafreundlicher werden. Man wolle Materialien bestmöglich im Kreislauf halten und damit Ressourcen langfristig und werterhaltend nutzen. Damit senke BMW auch seine Abhängigkeit von neu gewonnenen Rohstoffen, heißt es.
Entwicklung soll enger mit Praxis verzahnt werden
Seit über 30 Jahren gibt es das Recycling- und Demontagezentrum (RDZ) in Unterschleißheim. In Wackersdorf wird es künftig „Kompetenzcenter Zirkularität“ heißen und um neue Bereiche erweitert: das Recycling von Wasserstofffahrzeugen, die Automatisierung von Demontageprozessen und die Entwicklung innovativer Schredder- und Sortiertechnologien. An dem Oberpfälzer Standort soll die Entwicklung von Arbeitsabläufen, Materialien und neuen technischen Lösungen noch enger mit der tatsächlichen Wiederverwertung von Autos verbunden werden.
Weitere Stärkung des Standorts Wackersdorf
Wackersdorf sei für BMW eine „Ideallösung“ für das Kompetenzzentrum. In dem Werk werden Cockpits gefertigt, das Rolls-Royce-Türen- und Klappenzentrum ist hier ansässig, die Auslandsversorgung für Überseewerke und – die jüngste Investition – das Batterietestzentrum. Der Standort habe sich stets flexibel gezeigt, verfüge über eine breit gefächerte Expertise und sei fest im BMW-Netzwerk verankert, so das Unternehmen.
Das hört man gern vor Ort und würdigt BMW als jahrzehntelangen „starken Partner“. Der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter (CSU) sieht in der Entscheidung „ein starkes Signal für unseren Standort und für nachhaltige Zukunftstechnologien“.

