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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Schaeffler-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau
Wirtschaft

Schaeffler-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. November 2024 05:53
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Sie sind unzufrieden. Das merkt man den rund 250 Demonstrierenden, die sich an der Bamberger Konzert- und Kongresshalle versammelt haben, an. Mit roten IG-Metall Westen, Trillerpfeifen und beschrifteten T-Shirts stehen Schaeffler-Mitarbeiter aus ganz Deutschland zusammen. Unzufrieden, weil sie nicht wissen, wie es für sie bei der Schaeffler AG weitergehen wird.

Inhaltsübersicht
Im November Stellenabbau angekündigtIm Oktober noch Zusammenschluss mit VitescoFusion führt auch zu StellenstreichungenDoch nicht „Stronger Together“ bei Schaeffler?

Manche sind aus Solidarität gekommen, vier Stunden Anreise aus Dortmund, oder ganz nah aus Höchstadt an der Aisch. Andere sind da, weil sie akut betroffen sind. Bernd Forsch und seine Kollegen aus Homburg im Saarland beispielsweise sind heute fünf Stunden mit dem Bus gefahren, um hier zu sein. In Homburg könnte ein ganzes Werk geschlossen werden. Er sagt: „Man will bei uns 227 Arbeitsplätze vernichten, ein Werk schließen, uns die Zukunft klauen. Wir fordern vom Vorstand, dass die deutschen Standorte gestärkt werden.“

Im November Stellenabbau angekündigt

Hintergrund der Aktion in Bamberg war die Ankündigung der Schaeffler AG, Stellen zu streichen. Europaweit sollen es 4.700 sein, davon allein in Deutschland 2.800. In Bayern wären besonders die Standorte Schweinfurt, Regensburg und auch der Hauptsitz in Herzogenaurach betroffen.

Das sorgt für Ängste bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Forsch hat mit seinen 60 Jahren keine Sorge mehr für sich selbst, sagt aber deutlich: „Ich hab Angst um die Menschen, die bei uns arbeiten, die keine Zukunft mehr haben. Die jungen Menschen, die warten auf ihren Job, die wissen nicht, wie es weitergeht. Wenn das Werk geschlossen wird, ist das der Tod von Homburg.“

Im Oktober noch Zusammenschluss mit Vitesco

Dabei sah vor wenigen Monaten noch alles gut aus. Im Oktober hatte sich Schaeffler mit dem bayerischen Unternehmen Vitesco zusammengetan, das seinen Hauptsitz in Regensburg hat. Gemeinsam gehören sie jetzt zu den zehn größten Auto- und Industriezulieferern weltweit und beschäftigen etwa 120.000 Menschen.

Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld hatte bei der Fusion noch gesagt, man sei überzeugt, dass dieser Zusammenschluss ein „stärkeres und zukunftsfähiges Unternehmen“ schaffe. „Ich glaube, das ist nicht nur gut für unsere Kunden, für unsere Lieferanten. Das ist vor allen Dingen gut für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem attraktiven Unternehmen arbeiten wollen.“

Fusion führt auch zu Stellenstreichungen

Dass Personal gestrichen würde, hatte Rosenfeld schon im Oktober eingeräumt. Denn wenn man Synergien bilde, komme es zu Funktionen, die doppelt besetzt sind. Aber: Man wolle den Abbau „sozialverträglich und fair“ gestalten.

Konzernbetriebsratsvorsitzender Ulrich Schöpplein findet, es müsse gar nicht über Kürzungen laufen. Man könne es über den internen Stellenmarkt ausgleichen, oder über Freiwilligenprogramme. Zudem forderte er: „Wir brauchen eine vernünftige Industriepolitik, die auch berechenbar ist und auch Botschaften nach vorne sendet, weil eine Markterholung in Europa, in Deutschland, würde dieses Programm wesentlich minimieren.“

Doch nicht „Stronger Together“ bei Schaeffler?

Kern des Protests heute war eine T-Shirt-Aktion. Bei der Fusion mit dem bayerischen Unternehmen Vitesco im Oktober hatten die Angestellten Shirts mit der Aufschrift „Stronger Together“ (zu Deutsch: Gemeinsam stärker) erhalten. Diese Shirts haben sie jetzt mit Sprüchen versehen, wie „gemeinsam rausgeschmissen“, „aber ohne dich“, oder „Opfer der Aktionäre“.

Betriebsratsvorsitzender Schöpplein sagt, damit wolle man ein Zeichen setzen, „dass wir zusammenstehen und dieses Abbauprogramm, wie es jetzt besteht, auf keinen Fall hinnehmen werden“. Das wurde heute in Bamberg deutlich.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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