Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht in diesem Winter trotz vergleichsweise niedriger Speicherstände keinen Gasmangel in Deutschland. Trotzdem hat sie die Gasversorgung stärker abgesichert.
Reiche: Füllstände der Gasspeicher reichen aus
Dass Deutschland im kommenden Winter das Gas ausgehen könnte – darüber ist Bundeswirtschaftsministerin Reiche nicht besorgt. „Stand heute liegt mehr Gas in den Speichern, als selbst im kältesten Jahr verbraucht wurde“, sagte die CDU-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“ (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). „Angesichts zunehmender Bedrohungen ist es aber sinnvoll, bildlich gesprochen, neben Gürtel auch Hosenträger vorzuhalten“, sagte sie weiter. „Wir werden eine strategische Reserve für die Gasspeicher ausschreiben, die uns gegen unvorhergesehene Ereignisse absichert.“
Andauernde geopolitische Risiken
Reiche hatte Ende September auf die niedrigen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland reagiert und die Gasversorgung stärker abgesichert. Sie wies das bundeseigene Energieunternehmen Sefe an, vermehrt Erdgas einzuspeichern. Der zentrale Grund für diesen Schritt liege in den weiter andauernden geopolitischen Risiken. Der Iran blockiert im Konflikt mit den USA den Verkehr der für den globalen Handel mit Öl und Gas wichtigen Straße von Hormus weitestgehend.
Gasspeicher nur etwas mehr als halb voll
Die Füllstände der Gasspeicher liegen aktuell auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von derzeit rund 59 Prozent. Damit verfehlt Deutschland die eigenen gesetzlichen Vorgaben, wonach die Speicher zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein sollten. Das hat Sorgen über die Gasversorgung im Winter ausgelöst. Reiche wurde mit Vorwürfen konfrontiert, zu wenig für den Winter vorzusorgen. In einem Bericht des Wirtschaftsministeriums für eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags hieß es Mitte September, nach aktuellem Erkenntnisstand sei eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten.
Mit Informationen der dpa

