Bücher, CDs, Schallplatten, Tassen und Töpfe, Vasen, Bilder oder Kinderspielzeug. Wenn Familien ausmisten, stellen sie anschließend oft einen Karton mit einem freundlichen „Zu verschenken“ auf einem Zettel auf die Straße.
Zu verschenken! – Freude, die man teilen kann
Im Idealfall leert der sich schnell und macht anderen Freude, die was für sich oder andere entdecken. „Ich finde, das ist eine gute Chance, damit Sachen nicht weggeworfen werden und ein zweites Zuhause finden. Ich mag es sehr gerne, Bücher zu lesen oder in CDs zu stöbern.“ Die Schülerin Afina hat auch selber schon Spielsachen rausgestellt, die sie nicht mehr gebraucht hat. Andere berichten, dass sie schon Musikinstrumente gefunden hätten, Kleidung oder Möbelstücke. Solche Kartons und Kisten wecken die Neugier und die Lust zu stöbern.
Im öffentlichen Bereich sind „Zu verschenken“-Kartons problematisch
Gänzlich unproblematisch ist diese Art Sachen zu verschenken auf dem eigenen Fensterbrett oder in der Einfahrt, nicht jedoch auf öffentlichem Grund. Da kann es nämlich von Städten und Gemeinden als illegale Müllablagerung betrachtet werden und das gilt als Ordnungswidrigkeit. Darauf weist das Münchner Baureferat hin.
„Das Motiv ist sehr ehrenhaft, dass die Dinge nicht gleich weggeschmissen werden, sag Mario Krüger von der Stadtreinigung, darum werden die Kartons mit den Verschenkesachen „auch ein Stück weit toleriert.“ Der Verkehrsraum müsse aber frei und sicher bleiben und am Ende müssen die Dinge dann eigentlich auch wieder verschwinden nach kurzer Zeit.“ Sonst müssten Straßenreinigung und Unterhaltsbetrieb sie entfernen und entsorgen. Spätestens, wenn es Beschwerden gebe.
Was lange steht, ist besonders problematisch
Der Faktor Zeit ist wesentlich, wenn zum Beispiel auf dem Gehweg Kartons und Kisten stehen bleiben. Erst recht, wenn es dann noch reinregnet und vermüllt aussieht, dann riskiert der „Schenker“ ein Bußgeld. Denn die Kisten stellten immer wieder ein Hindernis dar, das Passantinnen oder auch Blinde, Personen mit Rollator, mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrerinnen behindern könnte. Geschirr und Gläser können kaputt gehen und die Scherben gefährlich sein. Also wird weggeräumt. Allerdings führt die Münchner Straßenreinigung darüber keine Statistik.
Abgestellte Sachen rund um Wertstoffinseln
Um die Container der Wertstoffinseln, wo Glas und Verpackungen aus Kunststoff und Blech gesammelt werden liegen oder stehen immer wieder Sachen. Manche sind geradezu vermüllt. Vom städtischen Abfallbetrieb (AWM) heißt es dazu, dass regelmäßig kontrolliert und aufgeräumt werde. Verantwortlich für die Sauberhaltung seien in München private Entsorgungsunternehmen, so AWM-Sprecherin Marie Bunt: „Die Wertstoffinseln werden wöchentlich gereinigt und das Ablagern von Müll oder zu Verschenkenkisten neben den Containern oder an den Wertstoffinseln generell ist nicht erlaubt.“ Das kann und werde auch mit Bußgeldern geahndet.
25 Bußgeldbescheide in München wegen illegaler Müllentsorgung
Vom Münchner Kreisverwaltungsreferat heißt es, dass in diesem Jahr schon 25 Bußgeldbescheide erteilt worden sind wegen illegaler Müllentsorgung. Die Zahl bewege sich im Rahmen der letzten Jahr. Allerding lässt sich nicht sagen, in wieweit auch abgestellte Sachen mit „Zu verschenken“-Aufkleber der Anlass waren, weil danach nicht gefiltert werden kann, sagt KVR-Sprecherin Beate Winter BR24 .
Tipps fürs sorglose Verschenken in Kartons und Kisten
Weil man sich mit „Verschenke-Kisten“ in einer rechtlichen Grauzone bewegt, hat die Verbraucherzentrale Bayern einige Tipps parat:
- Als „Verschenke-Kisten“ beschriftete Kisten auf dem eigenen Grundstück aufstellen
- Wenn die Kiste im öffentlichen Raum verwendet wird, dann nur dort aufstellen, wo eine Kiste kein Hindernis darstellt.
- Miteigentümer und Nachbarn fragen, ob sie Einwände gegen eine „Verschenke-Kiste“ haben.
- Nur gut erhaltene, saubere, jugendfreie und ungefährliche Dinge in die Kiste legen.
- Die Kiste abends und bei Regen wieder reinstellen und eventuelle Unordnung in der Kiste aufräumen.
An manchen Zufallsfunden kann man sich lange freuen
Wer Sachen rausstellt, sollte danach schauen und es nicht tagelang draußen lassen. Dann geht er wenig Risiko ein, wird im eigenen Haushalt überflüssige Sachen los und macht anderen eine Freude. „Wir haben eine Carrerabahn gefunden bei uns auf der Straße und die funktioniert noch heute. Das ist aber schon bestimmt 10, 15 Jahre her.“ Das sagt ein Paar BR24. Die beiden stellen auch selbst Sachen raus. „Ein Fahrrad haben wir mal in Wolfenbüttel rausgestellt. Zehn Minuten später war’s weg. Besser als zu verschrotten.“

