Vor allem für Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen ist es ein Hoffnungsschimmer: Wissenschaftler der Uni Erlangen-Nürnberg (externer Link) haben offenbar einen neuen Behandlungsansatz gefunden.
Weltweit größte Studie
Anstelle einer Kortison-Therapie könnte künftig eine Infusion sogenannter CAR-T-Zellen für Linderung sorgen. Es handelt sich um die bislang weltweit größte Studie zu diesem Thema, teilte die Uni mit. Das Ergebnis: Nach einer Behandlung habe sich die Krankheit bei vielen Patienten deutlich beruhigt und die positiven Effekte seien auch ein Jahr danach noch gegeben, so die Uni weiter.
In der Studie werden bestimmte Immunzellen, sogenannte T-Lymphozyten, aus dem Blut der Patientinnen und Patienten isoliert und außerhalb vom Körper mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet. Diese CAR-T-Zellen erkennen nach der Rückgabe in die Patientin bzw. in den Patienten andere Immunzellen im Körper, die an der Autoimmunerkrankung beteiligt sind, und töten diese ab. Dieses Prinzip sei in der Behandlung von Blut- und Lymphdrüsenkrebs bereits seit mehreren Jahren fest etabliert. „Da Zellen als Medikament funktionieren, spricht man in diesen Fall auch von einem lebenden Medikament“, sagt Professor Andreas Mackensen, Direktor der Medizinischen Klinik 5.
Patienten mit langer Leidensgeschichte
Von den neuen Erkenntnissen profitieren könnten der Uni zufolge etwa Patienten mit systemischer Sklerose. Dabei verhärten sich die inneren Organe sowie die Haut. Auch Lupus erythematodes könnte durch die Zellinfusion eingedämmt werden. Diese Autoimmunerkrankung kann Entzündungen in verschiedenen Organen und Geweben auslösen. Auch Menschen mit autoimmuner Muskelentzündung können Hoffnung schöpfen. Viele Patienten hätten bereits eine lange Leidensgeschichte hinter sich, daher seien die Ergebnisse der Zellinfusion beispiellos, so die Leiterin der Studienambulanz, Dr. Melanie Hagen.

