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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Grippe & Co: Was erwartet uns in der Erkältungssaison?
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Grippe & Co: Was erwartet uns in der Erkältungssaison?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 12. Oktober 2026 10:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Jedes Jahr infizieren sich Schätzungen zufolge bis zu 20 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Grippe. Dazu kommen Infektionen durch Rhino-, RSV- und Coronaviren, die ebenfalls Erkrankungen der Atemwege zur Folge haben.

Inhaltsübersicht
Ungewöhnlich früher Start der Grippesaison in mehreren LändernFür Deutschland bleibt die Entwicklung offenGrippeimpfstoffe decken unterschiedliche Virenstämme abGroße Schutzlücken bei Menschen mit VorerkrankungenRhino- und Parainfluenzaviren dominieren derzeitSARS-CoV-2 nimmt im Abwasser zuFür wen Covid- und RSV-Impfungen empfohlen sindImpfschutz braucht rund zwei Wochen

Wie genau die Grippesaison verlaufen wird, können Wissenschaftler nicht genau vorhersehen. Doch Grippe- und andere Erkältungsviren wechseln mit den Jahreszeiten von der Nord- auf die Südhalbkugel und wieder zurück. So können Wissenschaftler beobachten, wie sich saisonale Atemwegserkrankungen in anderen Teilen der Welt entwickeln und zumindest abschätzen, wie sich die Erkältungssaison hierzulande im Herbst und Winter gestalten könnte.

Ungewöhnlich früher Start der Grippesaison in mehreren Ländern

Für die Influenza, also die echte Grippe, gibt es in diesem Jahr bedenkliche Vorzeichen: Nach einer Meldung der Zeitschrift „Nature“ (externer Link) hat die Grippewelle in den USA, Japan und Großbritannien mehr als einen Monat früher als üblich begonnen. US-Wissenschaftler konnten zudem eine neue Mutation des derzeit häufigsten Grippevirus-Subtyps H1N1 identifizieren. Wie sich die Grippesaison schlussendlich entwickelt, ist allerdings noch nicht klar.

Für Deutschland bleibt die Entwicklung offen

Fachleute geben für Deutschland zumindest teilweise Entwarnung. Führende Experten aus Epidemiologie, Kinder- und Jugendmedizin sowie Virologie fassten in einem Pressetermin den aktuellen Stand zur kommenden Saison der Grippe und anderer Infektionskrankheiten zusammen.

Sie vermuten, dass die Erkältungssaison ähnlich wie in den vergangenen Jahren verlaufen wird. Was genau von der Südhalbkugel auf uns zukommt, lässt sich dabei zwar abschätzen, aber nicht zuverlässig vorhersagen. „Die Glaskugel haben wir halt noch nicht“, betont die Virologin Ulrike Protzer von der Technischen Universität München in einem Briefing des Science Media Centers.

Grippeimpfstoffe decken unterschiedliche Virenstämme ab

Grippeimpfstoffe werden jedes Jahr an neue Mutationen angepasst. Die aktuellen Impfstoffe bieten laut Virologin Protzer weiterhin einen guten Schutz vor den unterschiedlichen Virenstämmen, die in Australien und Japan das Geschehen bestimmt haben, „obwohl die prädominanten Stämme in Australien und in Japan sehr unterschiedlich waren“.

Große Schutzlücken bei Menschen mit Vorerkrankungen

Was die Wissenschaftler allerdings besorgt, ist die niedrige Influenza-Impfquote der deutschen Bevölkerung. Besonders Risikogruppen seien unzureichend geschützt. So sind nur etwa 30 bis 40 Prozent der erwachsenen Menschen mit Grunderkrankungen geimpft. Bei Kindern mit Grunderkrankungen stagniert der Anteil bei 10 Prozent. „Wir nehmen in Kauf, dass 90 Prozent unserer gefährdeten Kinder oder zwei Drittel der erwachsenen Menschen, die ein Risiko für eine schwere Infektion haben, nicht geschützt sind“, warnt Reinhard Berner, Kinderarzt und Vorsitzender der Ständigen Impfkommission STIKO.

Rhino- und Parainfluenzaviren dominieren derzeit

Derzeit sind die meisten Infektionen auf die für diese Jahreszeit typischen Rhino- und Parainfluenzaviren zurückzuführen. Gegen beide gibt es für den Menschen keinen zugelassenen Impfstoff. Wer sich besonders schützen möchte, etwa aufgrund von Vorerkrankungen oder Asthma, kann auf Atemschutzmasken oder Kontaktvermeidung setzen. Für gesunde Erwachsene ist eine Infektion aber in der Regel nicht gefährlich.

SARS-CoV-2 nimmt im Abwasser zu

Auch SARS-CoV-2, also das für die Covid-Pandemie verantwortliche Coronavirus, zirkuliert weiter. Bei der Analyse des Abwassers etwa in Bayern lässt sich bereits ein deutlicher Anstieg feststellen. Zwar tauchen immer wieder neue Varianten auf. Sie werden allerdings nicht zwingend gefährlicher. Seit der Pandemie sinkt die Covid-Krankheitslast laut den Fachleuten in fast allen Altersgruppen von Jahr zu Jahr. Dennoch sollten sich Risikogruppen weiterhin impfen lassen. Die Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 wirken nach Einschätzung der Fachleute nach wie vor gut.

Für wen Covid- und RSV-Impfungen empfohlen sind

Dennoch sollte sich, wer älter als 75 Jahre ist, gegen SARS-CoV-2 und auch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) impfen lassen, empfiehlt die STIKO. Auch für Menschen, die in Einrichtungen leben oder Vorerkrankungen haben, lohnt sich nach Einschätzung der Impfexperten eine Immunisierung bzw. eine Auffrischung des Immunschutzes gegen beide Viruserkrankungen. Grundsätzlich lässt eine Immunität gegen Atemwegsviren nach ein bis zwei Jahren deutlich nach.

Impfschutz braucht rund zwei Wochen

In jedem Fall sollte man sich rechtzeitig impfen lassen. Das Immunsystem braucht etwa zwei Wochen, um einen vollständigen Schutz aufzubauen. Verläuft die Saison ähnlich wie in den vergangenen Jahren, ist mit Höhepunkten der Influenza- und RSV-Welle um Weihnachten sowie im Januar und Februar zu rechnen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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