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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Handys in der Schule: Würden Störsender helfen?
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Handys in der Schule: Würden Störsender helfen?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 17. September 2025 12:50
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Inhaltsübersicht
Störsender gegen Smartphones in Schulen?Schummeln in Prüfungen: neue Technik, neue MöglichkeitenSind Ortungsgeräte zum Aufspüren von Handys in Schulen denkbar?ifo Bildungsbarometer: Jugendliche gegen Handys im Unterricht

Dass Smartphones ein großes Ablenkungspotenzial bieten, ist klar. Für Kinder und Jugendliche ist es besonders schwierig, der Versuchung zu widerstehen, erklärt Klaus Zierer, Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Augsburg. „Alleine die Anwesenheit der Geräte lenkt die Schüler schon ab.“ Das habe vor allem neurologische Gründe. „Der präfrontale Cortex – also der Teil des Gehirns, der für Impulskontrolle zuständig ist – ist bei Kindern noch nicht vollständig ausgereift. Es ist für Kinder also gar nicht leistbar, sich nicht ablenken zu lassen.“

Störsender gegen Smartphones in Schulen?

Doch was tun? In den Kommentaren bei BR24 schlugen User den Einsatz von Störsendern vor. Die sogenannten Jammer können Funksignale wie das Handynetz stören und würden die Geräte so etwa vom Internet trennen. Der Nutzer „DBoy“ kommentierte als Konsequenz: „Kein Internet – keine KI – kein Insta, TikTok, Snapchat = weniger Stress.“ Andere User hielten dagegen. So kommentierte der Nutzer „Bin_im_Ruhestand“, dass Störsender gesetzeswidrig seien.

„Es wäre gut, wenn das Internet während Prüfungen für Schüler nicht nutzbar wäre“, meint auch Zierer von der Uni Augsburg, denn ohne Internet funktioniere auch keine KI. Doch ein Stören des Signals scheitert an den gesetzlichen Bestimmungen.

„Der Einsatz von sogenannten ‚Jammern‘ ist in Deutschland nicht zulässig“, bestätigt eine Sprecherin des Kultusministeriums auf BR24-Anfrage. Das liege daran, dass Eingriffe in Funknetze durch das Telekommunikationsrecht untersagt sind. Ein Einsatz in Schulen sei daher keine Option.

Im Telekommunikationsgesetz sei geregelt, wann in den Handyempfang eingegriffen werden dürfe, erklärt auch Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). Schulen würden bei einem solchen Eingriff sogar Bußgelder drohen, weil Notrufe verhindert werden würden.

Schummeln in Prüfungen: neue Technik, neue Möglichkeiten

Als Alternative haben die BR24-Nutzer Ortungsgeräte angesprochen. Der User „Assurancetourix“ kommentierte: „In dem Gymnasium, in dem ich tätig bin, haben wir ein Ortungsgerät, mit dem eingeschaltete Smartphones geortet werden können.“ Dieses werde speziell bei Klausuren eingesetzt – oft mit Erfolg.

Das Schummeln in Prüfungen ist an Schulen, wie auch an anderen Bildungseinrichtungen schon immer ein Thema gewesen. Durch Handys, Smartwatches und KI-Stifte werden die Möglichkeiten für Schüler vielfältiger, erklärt Simone Fleischmann vom BLLV. Früher hätten Schüler teils Spickzettel geschrieben. Diese hätten den positiven Nebeneffekt gehabt, dass die Jugendlichen meistens das, was sie auf den Zettel geschrieben haben, nach dem Aufschreiben schon gekonnt haben und somit den Zettel nicht mehr brauchten. Bei einem Smartphone oder einem KI-Stift sei das anders.

„Solche Geräte haben in Prüfungen definitiv nichts verloren“, so Zierer von der Uni Augsburg. „Es gibt keine Prüfung für eine siebte, achte oder neunte Klasse, die eine KI nicht lösen könnte.“ Daher müsse es bei Verstößen entsprechende, klare Konsequenzen geben.

Sind Ortungsgeräte zum Aufspüren von Handys in Schulen denkbar?

Ortungsgeräte zum Aufspüren von Smartphones in Prüfungssituationen sind aktuell nicht flächendeckend im Einsatz. „Abgesehen von Fragen der Effektivität und Praktikabilität derartiger Systeme sind auch die rechtlichen Grenzen noch nicht abschließend geklärt“, erklärt eine Sprecherin aus dem Kultusministerium. In Bayern setze man auf andere Maßnahmen wie klare Regeln, pädagogische Begleitung oder die gezielte Förderung von Medienkompetenz.

„Bayern verfügt über eine der strengsten und klarsten Regelungen zur Nutzung privater Smartphones in Deutschland“, so die Sprecherin weiter. Demnach hätte sich sowohl das generelle Handyverbot an Grundschulen bewährt, als auch die Option für weiterführende Schulen, selbst eigene Regelungen zu erlassen.

ifo Bildungsbarometer: Jugendliche gegen Handys im Unterricht

Es müsse dabei darum gehen, die Schüler von heute auf die Welt von morgen vorzubereiten, so Fleischmann vom BLLV. Das Ziel sei es, den Kindern und Jugendlichen einen kritisch-reflektierten und professionellen Umgang mit den Medien wie Smartphones, Tablets und Co. beizubringen. Sie müssten sich selbst auch überlegen, wie sehr das Handy sie überwältigt und wie tief sie versumpfen würden.

Laut dem ifo Bildungsbarometer 2025 [externer Link] haben offenbar viele Jugendliche das Smartphone in der Schule als Problem erkannt. Demnach sprechen sich mehr als die Hälfte aller befragten Jugendlichen für ein Handyverbot im Unterricht aus; fast 50 Prozent befürworten sogar ein Verbot in den Pausen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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