Forschende am Biochemischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen beschäftigen sich seit Jahren damit, Pflanzen widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Sie haben Maniokpflanzen genetisch so verändert, dass sie widerstandsfähiger gegen Trockenheit sind und höhere Erträge bringen. Die Nahrungssicherheit von über einer Milliarde Menschen soll so verbessert werden.
Grundnahrungsmittel steht klimatisch unter Druck
Die stärkehaltigen Wurzelknollen der Maniokpflanze stellen ein wichtiges Grundnahrungsmittel für rund eine Milliarde Menschen in den tropischen Regionen von Südamerika, Afrika und Asien dar. Weltweit steht dieses Nahrungsmittel nach Reis, Mais und Weizen an vierter Stelle. Doch zunehmende Trockenheit lassen die Erträge sinken. Die Folge: Maniok wird immer teurer und somit für immer mehr Menschen unerschwinglich, vor allem in den ärmeren Regionen Afrikas.
Gen eines Unkrauts ist die Lösung
Am Biochemischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen forscht Professor Uwe Sonnewald seit zwei Jahrzehnten an der Verbesserung der Erträge von verschiedenen Kulturpflanzen. Vor allem an Kartoffeln. Vor fünf Jahren startete er das internationale Forschungsprojekt zum Maniok mit verschiedenen Partnern weltweit.
Seine Idee: das Gen, das den Kaliumhaushalt in einer unscheinbaren Unkrautpflanze namens Ackerschmalwand steuert, in den Maniok einzubringen. Ackerschmalwand kommt auch bei uns vor. Damit wurde Maniok stabiler gegen Trockenheit. In Gewächshäusern und bei Langzeit–Feldversuchen in Taiwan konnte das internationale Forschungsteam nachweisen, dass die neuen Eigenschaften der Maniokpflanze über Jahre stabil bleiben.
Jahrzehnte schneller als herkömmliche Züchtung
Natürlich hätten sie diese Ergebnisse auch mit herkömmlichen Züchtungsmethoden erzielen können, sagt Uwe Sonnewald, aber es hätte Jahrzehnte gedauert und der Erfolg wäre ungewiss gewesen. So hoffen die Forschenden, den Bauern schon in zehn Jahren diese Pflanzen zur Verfügung stellen zu können, denn der rasch fortschreitende Klimawandel würde ein schnelles Handeln erfordern, um zukünftige Hungersnöte zu vermeiden.
Grüne Gentechnik als Hoffnung im Kampf gegen den Hunger
Die Anwendung der Gentechnik habe diesen Prozess enorm beschleunigt und das gewünschte Ergebnis erzielt, sagt der Biochemiker aus Erlangen. Die Methode ist seiner Meinung nach absolut sicher und keine Gefahr, weil die Inhaltsstoffe der Pflanze nicht verändert wurden. Dennoch gelten diese neuen Maniokpflanzen als sogenannte gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und unterliegen bei uns strengen EU – Vorschriften. Deshalb haben die Feldversuche in Taiwan und Afrika stattgefunden, wo der Anbau von GVOs zu Forschungszwecken unter Auflagen auf Freiflächen erlaubt sei.

