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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Studie: Affen können besser jodeln als Menschen
Wissen

Studie: Affen können besser jodeln als Menschen

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 6. April 2025 07:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass südamerikanische Affen zwischen sehr hohen und sehr tiefen Lauten wechseln können – zwar ähnlich, aber noch viel ausgeprägter als Menschen. Spielt man die Tonaufnahme mit einem Viertel der Originalgeschwindigkeit ab, kann man – mit etwas Fantasie – daraus ein Jodeln der Tiere heraushören.

Inhaltsübersicht
Bessere Jodler dank zusätzlichem MembranpaarDiese Affenart jodelt am bestenJodelnde Affen – wie Forscher zu den Ergebnissen kamenWas Affen mit ihrem Jodeln kommunizieren, ist unklar

Die Untersuchung, für die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Tierschutzreservat La Senda Verde in Bolivien die Rufe verschiedener Affenarten analysierten, ist jetzt in der Zeitschrift „Philosophical Transactions of the Royal Society B“ (externer Link) erschienen.

Bessere Jodler dank zusätzlichem Membranpaar

Laut der Studienautoren verfügen sowohl Menschen als auch Affen über ein Paar Stimmlippen im Kehlkopf, die schwingen, um Töne zu erzeugen. Im Unterschied zu Menschen haben Affen aber auf den Stimmlippen ein zusätzliches Membranpaar, das ihnen einen schnellen Wechsel zwischen hohen und tiefen Frequenzen und damit einen weitaus größeren Tonumfang ermöglicht.

Die Frequenzsprünge der untersuchten Affenarten, darunter der Schwarz-Gold-Brüllaffe (Alouatta caraya, oben im Bild), der Büschelkapuzineraff (Sapajus apella), der Schwarzkappen-Totenkopfaffe (Saimiri boliviensis) und der Peruanische Klammeraffe (Ateles chamek), waren laut der Forscher bis zu fünfmal größer als die Frequenzänderungen, die mit der menschlichen Stimme möglich sind. Und: Während Menschen nur höchstens innerhalb einer Oktave jodeln können, sind die untersuchten Neuweltaffen in der Lage, bis zu dreieinhalb musikalische Oktaven zu überschreiten.

Diese Affenart jodelt am besten

Die besten Jodler waren laut Jacob Dunn, Professor für Evolutionsbiologie an der Anglia Ruskin University (ARU) in Cambridge, England und Senior-Autor der Studie, die Klammeraffen. Sie schafften ihm zufolge sogar Jodler über bis zu vier Oktaven.

„Unsere Studie zeigt, dass die Stimmmembranen den Tonumfang des Affen erweitern, aber auch seine Stimme destabilisieren. Sie könnten während der menschlichen Evolution verloren gegangen sein, um die Tonhöhenstabilität beim Singen und Sprechen zu fördern“, erklärt Tecumseh Fitch, Professor und Experte für die Evolution der menschlichen Stimme an der Universität Wien und Mitautor der Studie.

Jodelnde Affen – wie Forscher zu den Ergebnissen kamen

Für ihre Arbeit befestigten die Forscher Sensoren an den Hälsen einiger Affen. So konnten sie sehen, was im Kehlkopf der untersuchten Affen vor sich ging. Auch sezierten die Forscher die Kehlköpfe toter Affen und analysierten die Frequenzen mithilfe von Computermodellen.

Was Affen mit ihrem Jodeln kommunizieren, ist unklar

Die Fähigkeit, über mehrere Tonlagen wechseln zu können, könnte den Forschern zufolge für die Tiere wegen ihres komplexen Sozialverhaltens, bei dem sie auf verschiedene Weise kommunizieren müssen, wichtig sein. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dies entwickelt hat, um das Rufrepertoire der Tiere zu bereichern, und möglicherweise für aufmerksamkeitsstarke Veränderungen, die Diversifizierung der Rufe oder die Identifizierung ihrer selbst verwendet wird“, sagt dazu Wissenschaftler Jacob Dunn.

Bislang haben die Verhaltensforscher nicht entschlüsselt, was die Affen mit ihrem Jodeln kommunizieren. „Das wäre der nächste logische Schritt“, so Christian T. Herbst vom Institut für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Universität Wien und Erstautor der Studie.

Mit Informationen von AFP und dpa

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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