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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Endstation Exil? Georgische Theaterschaffende in Deutschland
Kultur

Endstation Exil? Georgische Theaterschaffende in Deutschland

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 18. November 2025 15:34
Von Uta Schröder
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2 min. Lesezeit
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Theaterautorin Mariam Megvinyte ist am Residenztheater untergekommen

Seit Oktober ist Megvinyte in München. Eine Auszeit von der Angst, sagt sie. Als „writer in residence“ ist sie gerade zu Gast am Residenztheater, das ihr jüngstes Stück ins Deutsche übersetzen hat lassen. Darin arbeitet sich die Autorin unter anderem am Antigone-Mythos ab. Am Dienstagabend wird das Stück in einer Lesung präsentiert.

Inhaltsübersicht
Theaterautorin Mariam Megvinyte ist am Residenztheater untergekommenTheatermacher Charkviani: Keine Rückkehr nach Georgien geplant

In der antiken Sage bestattet Antigone ihren Bruder Polyneikes – gegen den Willen des König Kreon, der den Toten vor den Toren Theben verrotten lassen will, weil er ein Staatsfeind war. Antigone widersetzt sich dem Gebot, ein Akt zivilen Ungehorsams. „Aber das war naiv“, so die Theatermacherin. „Die Diktatur ließ sich nicht so einfach abschütteln. Sie hatte sich zu tief ins Denken der Menschen eingegraben.“ Das zeigt sich nun am reaktionären Backlash in Georgien, dessen Regierung immer unverhohlener die Kreml-Nähe sucht.

Auch Regisseur Misha Charkviani hat Georgien verlassen. Und auch er hat sich für sein Deutschland-Debüt mit der Antigone befasst und in Wiesbaden die Dramenversion des Sophokles inszeniert. Das Stück sei vor allem die Tragödie der Zuschauenden, sagt Charkviani. Also derer, die – anders als Antigone – dem Unrecht tatenlos zusehen.

Theatermacher Charkviani: Keine Rückkehr nach Georgien geplant

Was seinen eigenen Kampf für die Demokratie angeht, so hat Misha Charkviani, der in Tiflis selbst auf vielen Demos war, nun beschlossen, ihn vorerst in Deutschland weiterzuführen. „Ich sehe nicht, wie ich derzeit zurück nach Georgien gehen und dort Theater machen könnte“, sagt er. Anfang kommenden Jahres inszeniert er in Krefeld. Verhandlungen mit weiteren Bühnen für Engagements laufen.

Für Mariam Megvinyte dagegen bleibt es wohl beim Exil auf Zeit. Nach Ende ihrer Autorenresidenz wird sie Mitte Dezember nach Georgien zurückkehren. „So lange noch ein Funke Hoffnung besteht und wir irgendwie arbeiten können, denke ich: wir sollten in Georgien bleiben!“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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