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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > EU-Parlament bremst Mercosur-Abkommen aus
Wirtschaft

EU-Parlament bremst Mercosur-Abkommen aus

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 21. Januar 2026 16:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Es ist eine weitere Hürde für das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten: Das Europaparlament hat eine Überprüfung am Europäischen Gerichtshof (EuGH) gefordert. Damit setzten sich die Gegner des Abkommens in einer Abstimmung am Mittwoch in Straßburg mit knapper Mehrheit von 334 zu 324 Gegenstimmen durch. Die Überprüfung am EuGH dürfte die Ratifizierung des Abkommens um Monate verzögern.

Inhaltsübersicht
Französische Abgeordnete setzten sich durchEU-Kommission hält Prüfung für ungerechtfertigtDemonstrierende Bauern feiern Ergebnis

Die heutige Abstimmung galt als Test für die tatsächliche Ratifizierung im Europaparlament. Damit steht nun auch die endgültige Entscheidung über das Abkommen auf der Kippe.

Französische Abgeordnete setzten sich durch

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das Freihandelsabkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay am vergangenen Samstag unterzeichnet. Zuvor hatte eine Mehrheit der 27 EU-Länder grünes Licht gegeben – gegen den Widerstand Frankreichs, wo das Abkommen auf breite Ablehnung stößt. Auch der Parlamentsantrag für eine EuGH-Anrufung ging auf französische Abgeordnete zurück.

Sie forderten den Gerichtshof auf, zu prüfen, ob das Abkommen mit den grundlegenden EU-Verträgen vereinbar ist. Sie führen unter anderem fehlende Kontrollen auf Pestizidrückstände bei Importen an und kritisieren die Vorgehensweise der EU-Kommission beim Abschluss des Abkommens.

EU-Kommission hält Prüfung für ungerechtfertigt

„Die Kommission bedauert diese Entscheidung des Europäischen Parlaments“, sagte ein Sprecher in Brüssel. „Unserer Analyse nach sind die in diesem Antrag vom Parlament aufgeworfenen Fragen nicht gerechtfertigt“, fügte er hinzu.

Mit der Anrufung des EuGH ist die Ratifizierung im Europaparlament vorerst gestoppt – die Abgeordneten müssen nun auf die Einschätzung der Richter warten. Auch bei den südamerikanischen Handelspartnern steht die Ratifizierung noch aus.

Demonstrierende Bauern feiern Ergebnis

Das Mercosur-Abkommen soll eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe nach Europa. Die deutsche Wirtschaft erhofft sich von dem Abkommen deutliche Exportsteigerungen.

Vor dem Europaparlament protestierten französische Bauern gegen das Abkommen. Unter den Demonstranten brach Jubel aus, als die Abstimmungsergebnisse bekannt wurden, berichtete eine AFP-Reporterin vor Ort. „Wir haben gewonnen“, rief der Generalsekretär des französischen Bauernverbands FNSEA, Hervé Lapie.

Mit Material der AFP

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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